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Zehn Milliarden Euro für eine europäische Industrie-Cloud

Neue Regelungen für Datenströme in der EU. © Fotolia/Alex Tihonov
Neue Regelungen für Datenströme in der EU. © Fotolia/Alex Tihonov

Die Bemühungen der europäischen Mitgliedstaaten, in der Digitalisierung aufzuholen, werden größer. Jetzt haben sich die EU-Staaten in einer gemeinsamen Erklärung darauf verständigt, zehn Milliarden Euro für die so genannte „European Alliance on Industrial Data and Cloud“ bereit zu stellen. Diese europäische Cloud soll im Zentrum von AI-Entwicklungen, 5G/6G-Netzwerke und dem Internet of Things stehen und Bürgern wie Unternehmen eine sichere und Datenschutz-konforme Möglichkeit zum Speichern und Verarbeiten von Daten geben.

„Europa muss seine Kräfte bündeln, um bei der aktuellen und kommenden Welle industrieller und öffentlicher Daten die Führung zu übernehmen. Es besteht Einvernehmen darüber, dass es von entscheidender Bedeutung ist, dass alle Daten in Europa gemäß den europäischen Regeln und Standards gespeichert und verarbeitet werden können“, heißt es seitens EU-Kommissar Thierry Breton, der auch für den digitalen Binnenmarkt zuständig ist. „Dies wird ein wichtiger Pfeiler unserer digitalen Souveränität für dieses digitale Jahrzehnt sein und die Erholung Europas vorantreiben, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern und uns helfen, die Nachhaltigkeit des Klimas zu erreichen.“

Gaia-X nimmt Fahrt auf

Insgesamt geht es natürlich darum, europäische Player am Markt gegen US- und chinesische Anbieter zu stärken. Diese dominieren derzeit mit großem Abstand den Markt und pumpen wie berichtet deutlich mehr Geld in Cloud-Dienste als die EU (mehr dazu hier). Zwei der zehn Milliarden sollen EU-Programmen kommen, den Rest sollen Unternehmen und Mitgliedstaaten einzahlen.

Immerhin: Das von Deutschland und Frankreich angeführte Projekt Gaia-X (assoziiert mit der Ö-Cloud) hat nach einiger Skepsis Fahrt aufgenommen und vereint mittlerweile Vertreter von 300 Organisationen (z.B. A1) aus vielen Ländern. Ende 2020 soll die europäische Dateninfrastruktur in Betrieb genommen werden. Argumentiert wird, dass europäische Cloud-Lösungen nicht dem CLOUD-Act der USA (Clarifying Lawful Overseas Use of Data) unterliegen und Daten nicht auf Anordnung von US-Gerichten heraus gegeben werden müssen. Bei US-Anbietern gilt das übrigens auch, wenn deren Server auf europäischem Boden stehen.

„Cloud-Lösungen sind immer mehr Teil der zentralen Infrastruktur vieler Unternehmen“, sagt etwa Elisabetta Castiglioni, CEO A1 Digital. „Mit Exoscale bieten wir bereits heute ein DSGV-konformes, sicheres und leistungsstarkes Cloud-Portfolio aus Europa an: Datensouveränität liegt damit schon jetzt in der Hand der Unternehmer. Wir können mit Servern in Deutschland, der Schweiz und Österreich garantieren, dass Kundendaten immer im Land bleiben.“

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