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Yodel: Wiener Start-up dockt an Slack an, damit User mit der Außenwelt telefonieren können

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Endlich kann man am Notebook jodeln. Quasi. © Yodel.io
Endlich kann man am Notebook jodeln. Quasi. © Yodel.io

Die Jodel-App aus Berlin (lokale Communities), die Yodel-App aus New York (Tagesereignisse per App sharen), yodel.co aus Miami (Videochat), yodel.co.uk aus England (Paketdienst) oder yodel.me aus Kalifornien (Karriere-Portal). Start-ups lieben Jodeln.

Endlich, endlich hat auch eines der Kernländer des Jodelns, nämlich Österreich, ein Start-up, das auf den Namen Yodel hört. Gegründet von Mike Heininger, David Heininger und Mario Uher bzw. ihre dahinter stehende beecc GmbH mit Sitz in Wien (sie waren schon mit 7Sheep.net bei der „Go Silicon Valley“-Initiative der WKO 2014 dabei), dockt man an den immer populäreren Business-Messaging-Dienst Slack an und bietet mit Hilfe eines Bots eine Funktion an, die Slack nicht hat.

Slack als Plattform (und bald auch Hipchat)

„Mit Yodel kann man Telefonnummern in über 40 Ländern in Slack integrieren“, sagt Mike Heininger. „Ohne zusätzliche Software kann dein Team direkt in Slack eingehende Anrufe annehmen und ausgehende Anrufe starten.“ Das bedeutet: Während Slack selbst nur interne VoIP-Gespräche bzw. Videochats anbietet (bzw. anbieten will), kann man mit der Yodel-Integration mit externen Kontakten telefonieren, ohne Slack verlassen zu müssen.

https://www.yodel.io/images/yodel.gif

Slack mit derzeit 2,3 Millionen täglich aktiven Nutzern hat sich vor allem im Silicon Valley, aber auch darüber hinaus, zu einem beliebten Ersatz für firmeninterne Mails gemausert – quasi ein WhatsApp für Unternehmen. Gegründet von Flickr-Cofounder Stewart Butterfield, wird Slack derzeit mit mehreren Milliarden US-Dollar bewertet. Gerüchten zufolge wollte Microsoft 8 Mrd. US-Dollar für eine Übernahme springen lassen. Kürzlich hat Slack eine eigene App-Plattform gegründet, damit Dienste wie eben Yodel einfach an den Service andocken können. In Wien ist mit dem Grape (mehr dazu hier) eine Jungfirma am Wachsen, die direkt mit Slack konkurriert.

Markus Wagner als Berater

„Ein Anruf wird per Klick im Slack-Channel angenommen“, erklärt Heininger. „Gesprochen wird über den Browser oder am Handy über Weiterleitung. Analog kann ein Anruf über den Befehl ‚/yodel call <nummer>‘ gestartet werden.“ Außerdem gebe es noch Features wie Willkommenssprüche, Musik während der Warteschleife und Voicemail, weiters ist eine Anbindung an Google Contacts und CRM-Systeme geplant.

Aktuell arbeiten sechs Personen an Yodel, das demnächst als eigenständige Firma ausgegründet wird. Als Advisor hat man sich Markus Wagner von i5invest geholt. Das, das Pricing und die Stärke von Slack am US-Markt spricht dafür, dass Yodel sich stark an Übersee orientieren wird.

Freemium-Modell

Verdienen will man mit der Software auch etwas. „Gratis ist der Dienst, wenn man nur über das Web telefonieren will. Auf der eigenen Website platziert man einen Call-Button und der Anrufer kann über den Browser telefonieren“, so Heininger. Je nach Intensität der Nutzung kommen dann zusätzliche Kosten auf den User bzw. die Firma zu, die Yodel einsetzt. „Wir verrechnen nicht nach Nutzern, sondern nach gleichzeitigen Telefonaten und nach Rufnummern,“ so Heininger.

20 US-Dollar pro Monat bezahlt man für zwei internationale Rufnummern und zwei gleichzeitige Telefonate. Weitere Rufnummern kosten sechs US-Dollar pro Monat, weitere gleichzeitige Gespräche zehn US-Dollar pro Monat. Zusätzlich wird auch die Portierung von Rufnummern und die Anbindung an bestehende Telefonanlagen gegen Gebühr angeboten.

Und schließlich die wichtigste Frage: Kommt man sich nicht mit den vielen anderen Start-ups, die Yodel heißen, in die Quere? Heininger: „Nein. Wir machen zum Glück alle was anderes.“

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