Übernahme

Verizon kauft Yahoo für 4,83 Mrd. US-Dollar, um Werbegeschäft gegen Facebook und Google zu stärken

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Das Yahoo-Hauptquartier in Sunnyvale, Kalifornien. © Yahoo
Das Yahoo-Hauptquartier in Sunnyvale, Kalifornien. © Yahoo

Es ist offiziell: Der US-Telekomkonzern Verizon hat soeben bekannt gegeben, Yahoo für 4,83 Mrd. US-Dollar zu kaufen. Yahoo, dessen Rang als führende Suchmaschine schon vor vielen Jahren von Google abgelöst wurde, soll der Aussendung zufolge mehr als eine Milliarde Internetnutzer, davon 600 Millionen auf Mobilgeräten, erreichen können. Aus Sicht von Verizon, das US-Konsumenten vor allem als Mobilfunkmarke bekannt ist, passt das gut zu der Online-Strategie, die man seit der Übernahme von AOL im Jahr 2015 verfolgt. Verizon geht es vor allem um den stark wachsenden Markt für mobile Werbung, in dem man mit Facebook, Google und Twitter konkurriert. Dem Deal muss die Wettbewerbsbehörde noch zustimmen, er soll im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Yahoo soll mit AOL, zu dem große News-Seiten wie Techcrunch, Huffington Post oder Engadget gehören, zusammengefasst werden, neuer Chef dieser Sparte wird Marni Walden, EVP and President of the Product Innovation and New Businesses organization bei Verizon. Ob Marissa Mayer, die in den letzten Jahren erfolglos versuchte, das gebeutelte Yahoo wieder erfolgreich zu machen, an Bord bleiben wird, ist zunächst unklar. AOL-Chef Tim Armstrong meinte jedenfalls, er wolle eng mit Mayer zusammenarbeiten.

Es geht um Online-Werbung

In den USA liefern sich die führenden Tech-Konzerne einen immer härteren Wettbewerb um den wachsenden Markt der Internet-Werbung. Verizon, das neben AOL auch die auf mobile Werbung spezialisierte Firma Millenial Media als Tochter im Haus hat, kam 2015 auf vier Prozent Marktanteil bei Online-Werbung in den USA. Mit dem Kauf von Yahoo (5 Prozent, es gehören auch Flickr und Tumblr dazu) kann man diesen Marktanteil mehr als verdoppeln:

© Pew Research Center
© Pew Research Center

Nicht Teil der Übernahme ist der 15-Prozent-Anteil, den Yahoo bis dato am chinesischen Online-Giganten Alibaba sowie die Anteile an Yahoo Japan, das eine eigenständige Firma ist, gehalten hat. Diese Assets werden in einer eigenen Firma, deren Name noch nicht bekannt ist, zusammengefasst und selbstständig an der Börse gehandelt. Verizon steht nun ein harter Integrationsprozess bevor, immerhin hat man so 8.800 neue Mitarbeiter, während AOL „nur“ etwa 5600 Mitarbeiter hat.

Yahoo bringt Verizon außerdem drei Tochterunternehmen mit, die auf digitale Werbung spezialisiert sind: Brightroll ( programmatic demand-side platform) Flurry (mobile apps analytics service) und Gemini (native and search advertising solution).

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