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„XRP is a Security“: Ripple wird von Investor verklagt

Ripple. © Jakob Steinschaden
Ripple. © Jakob Steinschaden

Dieses Dokument birgt viel Sprengstoff in sich: Am Donnerstag dieser Woche hat Taylor-Copeland Law, eine auf den Krypto-Markt spezialisierte Anwaltskanzlei aus San Diego, im Namen von Ryan Coffey Klage gegen Ripple, ihre Tochterfirma XRP II, Ripple-CEO Bradley Garlinghouse und zehn weitere unbenannte Parteien eingereicht. Der Vorwurf: Ripple hätte die Kryptowährung XRP illegal verkauft, weil sie nicht als Wertpapier bei der US-Börsenaufsicht SEC registriert wurde. Der Klage sollen sich alle Personen, die seit dem 1. Jänner 2013 XRP gekauft haben, anschließen können.

XRP ist ein Krypto-Asset, das in den vergangenen Monaten eine außerordentliche Entwicklung verzeichnet hat. Aktuell liegt die Marktkapitalisierung von XRP bei mehr als 35 Milliarden Dollar und liegt damit hinter Ethereum und Bitcoin auf Platz drei der begehrtesten Kryptowährungen weltweit. Zahlreiche Banken haben Kooperationen mit Ripple geschlossen, etwa um den Auslandszahlungsverkehr schneller und kostengünstiger zu machen. XRP wird von Ripple selbst als „digitales Asset“ angepriesen, mit dem diesen Transaktionen innerhalb weniger Sekunden durchgeführt werden können – schneller, als es mit Ether (ETH), Bitcoin (BTC) oder traditionellen Systemen, die manchmal Tage brauchen, möglich ist.

Ist XRP ein Wertpapier?

Taylor-Copeland Law argumentiert in der Klageschrift nun, dass XRP nicht einfach ein digitales Asset, sondern eine „Security“, als ein Wertpapier ist. XRP würde alle Merkmale eines Wertpapiers erfüllen: XRP wurden von der Firma Ripple Labs geschaffen und ausgegeben, seien auf rund 50 Exchanges weltweit handelbar, und durch die Kursanstiege vor allem im Dezember 2017 und Jänner 2018 hätte die Firma bzw. ihre Vertreter, die viele XRP halten, ordentlich profitiert.

Insgesamt hat Ripple 100 Milliarden XRP geschaffen, rund 40 Milliarden davon sind aktuell laut CoinMarketCap derzeit im Umlauf. Das bedeutet auch: Das Gros der Krypto-Assets steht noch unter der Kontrolle von Vertretern der Firma. 2015 hat Ripple Labs verlautbart, das rund 67 Milliarden XRP-Token bei der Firma liegen. Seither, so der Kläger, wurden immer wieder Token in einer Art „endlosem ICO“ verkauft.

In der Klageschrift ist die Rede davon, dass die geklagten Parteien durch den Verkauf von XRP im vergangenen Jahr 342,8 Millionen Dollar gemacht hätten. Währenddessen hätte der Klagende Ryan Coffey einiges Geld durch den Handel mit XRP verloren.

„SEC muss entscheiden“

Ripple Labs hat bereits Notiz von der Klage genommen und mehreren Medien folgendes Statement zukommen lassen: „Ob XRP ein Wertpapier ist oder nicht, entscheidet die SEC. Wir sind weiterhin der Ansicht, dass XRP nicht als Wertpapier eingestuft werden sollte.“ Der Zeitpunkt der Klage ist jedenfalls spannend: Bereits am Montag, dem 7. Mai, tritt in Washington eine Arbeitsgruppe der US-Börsenaufsicht SEC und der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) zusammen, um darüber zu beraten, ob Ethereum als Wertpapier eingestuft werden sollte (Trending Topics berichtete).

Würden Ether und XRP als Wertpapiere eingestuft werden, hätte das womöglich weitreichende Folgen. Die Verkäufe von ETH durch die Ethereum Foundation und XRP durch Ripple Labs, die seit Jahren gemacht werden, würden dann womöglich für illegal erklärt werden. Ob XRP als Aktien, also Firmenanteile an Ripple Labs behandelt werden sollten, darüber streiten sich Experten schon länger. Jetzt obliegt es der SEC und den US-Gerichten, darüber zu urteilen.

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