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Wisst ihr was der kleine Bruder von Elon Musk macht?

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Der kleine Bruder von Elon Musk will vertical farming zum wachsen bringen. © wikimedia commons
Der kleine Bruder von Elon Musk will vertical farming zum wachsen bringen. © wikimedia commons

Elon Musk will uns auf den Mars verpflanzen, sein kleiner Bruder Kimbal Musk hingegen befasst sich eingehend mit den Pflanzen auf unserem Planeten.  Sein Ziel ist es, nachhaltige und lokale produzierte Lebensmittel auf unseren Teller zu bekommen. Da immer mehr Menschen in Städten leben, setzt Kimbal dafür auf vertical farming (vertikale Landwirtschaft). Sein Accelerator Square Roots investiert daher in Start-ups, die es sich zur Aufgabe gemacht haben frisches Obst und Gemüse in Städten anzubauen.

Kimbal hat mit dem Trend zu biologischer Nahrung bereits Erfahrung. Seine Restaurantkette „The Kitchen“ wirbt damit, nachhaltige und gesunde Produkte aus der direkten Umgebung zu beziehen und dadurch ländliche Frische in die Städte zu bringen. Square Roots geht nun noch einen Schritt weiter, indem es auch den Anbau von Lebensmitteln in den urbanen Raum verlegt. Um das zu erreichen will das Unternehmen in mehreren Städten Anlagen (genannt campuses) errichten, die klimakontrollierte und erdlose Landwirtschaft in Innenräumen ermöglichen sollen. Ein Gebäude soll zwischen 10 und 100 Containerfarmen beherbergen, die ihrerseits von verschiedenen jungen Unternehmern genutzt werden können um ihre Konzepte auszuprobieren und die Technologie voranzutreiben.

Karotten aus Containern

Diese Schiffscontainer, genannt modulare Farmen, beherbergen vertikale Anbauflächen die jeweils einer Ackerfläche von circa 0,8 Hektar entsprechen (zum Vergleich, in Österreich wurden im Jahr 2015 auf einer Fläche von einem Hektar 26 Tonnen Kartoffeln geerntet). Basierend auf Techniken der Partnerfirmen Freight Farms und Bright Agrotech werden die Pflanzen in Wasser und nicht in Erde verwurzelt sein und können unter LED-Lampen kultiviert werden. Dies bringt den Vorteil, dass für den Anbau von Lebensmitteln bis zu 80 % weniger Wasser und viel weniger Fläche benötigt wird.

  Urban Gardening und Vertical Farming gelten seit einigen Jahren als ernstzunehmende Strategien um unsere Städte grüner und gesünder zu machen, sowie auch den Klimawandel zu bekämpfen. In Wien hat sich das Start-up Green4Cities aus einem Forschungsprojekt entwickelt. Das junge Unternehmen sieht sich als Kompetenzzentrum für urbane grüne Infrastruktur und zeichnet sich unter anderem verantwortlich für die Begrünung der Fassade der MA 48, verantwortlich für Abfallwirtschaft, mit über 17.000 Pflanzen. Initiativen gemeinschaftliche Gemüsebeete anzulegen oder Dächer zu begrünen werden in Wien wiederum aktiv von den Wiener Stadtgärten, der MA 42, unterstützt.

In denUSA sind es hingegen vor allem private Unternehmen, die den die Entwicklung vorantreiben. Die Firma AeroFarms versucht Big Data und Urban Farming zu verbinden und bezeichnet sich selbst als Marktführer für Indoor Farming. Unternehmen wie die Green City Growers aus Boston sind sogenannte B Corps, die das duale Ziel verfolgen Gewinne zu machen, sich gleichzeitig aber auch sozial zu engagieren. Schließlich gibt es auch noch die internationale Assocation of Vertical Farming, welche Universitäten, Unternehmen und NGO’s verbindet und Zusammenarbeit und Bildung im Bereich vertikale Landwirtschaft fördert.

Dünger für die Sprösslinge

Square Roots seinerseits wirbt damit, den angehenden Agro-Unternehmern ein Netzwerk von Experten und Mentoren anzubieten, das die Entwicklung neuer Techniken und Anbauweisen begleitet und erleichtern soll. Gründer Kimbal Musk richtet sich mit seinem Angebot direkt an die Generation der Millenials, die er zu real food entrepeneurs machen möchte und damit auch die USA von Fast Food und der Dominanz von großen Nahrungsmittelkonzernen befreien will.

Längerfristig soll durch diese Strategie eine gänzlich neue Branche von unabhängigen und innovativen Start-ups und Unternehmen entstehen, die Urban Farming zu einer konkurrenzfähigen, nachhaltigeren und gesünderen Alternative zur industriellen Landwirtschaft macht. Im Herbst 2016, also genau jetzt, startet die erste Pflanz- und Vegetationsperiode am Campus in New Yorker Stadtteil Brooklyn.

Wenn die erste Ernte bevorsteht werden wir wissen, ob wir der Vision in Städten ganzjährig frisches und lokal angebautes Obst und Gemüse zu haben einen Schritt nähergekommen sind. Kimbal Musk hat das Saatgut dafür auf jeden Fall bereits ausgebracht.

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