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Wise: Britisches Fintech kündigt Börsengang in London an

Kristo Käärmann, CEO von Wise. © Wise
Kristo Käärmann, CEO von Wise. © Wise

Endlich ist es so weit: Nachdem bereits seit langem über einen Börsengang des britischen Fintech Wise spekuliert wurde, ist es nun offiziell. Das Unternehmen, das vor etwa zehn Jahren gestartet ist, gehört zu den größten Fintechs in Europa und hat seine Services rund um günstige und schnelle internationale Transaktionen stetig ausgeweitet. Wie berichtet erfolgte kürzlich auch das Rebranding von TransferWise und heute Wise.

Wise strebt dabei nicht einen IPO, sondern ein Direct Listing an der Londoner Börse an. „Im Gegensatz zu einem traditionellen Börsengang ist eine Direktnotierung für Wise ein fairerer, kostengünstigerer und transparenterer Weg, um die Eigentumsverhältnisse zu erweitern und damit die Mission des Unternehmens zu unterstützen, Geld auf der ganzen Welt schneller, günstiger und bequemer zu bewegen“, heißt es seitens CEO und Mitgründer Kristo Käärmann.

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Zehn Millionen Kunden

Wise, dass sich wie gesagt auf günstige Auslandsüberweisungen für Privat- und Geschäftskunden spezialisiert hat, ein Multi-Währungskonto sowie eine Debit-Karte zum Bezahlen unterwegs anbietet, zählt 10 Millionen Kunden. Im letzten Geschäftsjahr wurde ein Volumen von 63,6 Milliarden Euro (54,4 Milliarden Pfund) über den Dienst versendet, insgesamt 1,6 Millionen Debitkarten wurden bereits ausgegeben. Um weltweit agieren zu können, hält das Unternehmen 62 Lizenzen in 40 Ländern. 500 Entwickler arbeiten an sechs Standorten für die Firma der beiden Gründer Taavet Hinrikus und Kristo Käärmann.

Begleitet wird das Direct Listing von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Barclays Bankals Lead Financial Advisers, Co-Adviser ist die Citigroup Global Markets Limited. Bei der letzten Investmentrunde 2020 wurde Wise von Investoren mit fünf Milliarden Dollar bewertet – beim Direct Listing wird vermutlich nach dem starken Wachstum eine höhere Bewertung angestrebt.

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48 Millionen Euro Gewinn im letzten Geschäftsjahr

Das Direct Listing bedeutet, dass kein frisches Kapital aufgenommen wird, aber die Shareholder des Unternehmens ihre Anteile verkaufen werden können. Das bietet Investoren und Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Anteile zu Geld zu machen bzw. Interessierten einen Weg, in Wise und das potenzielle künftige Wachstum zu investieren. Direct Listings sind in den vergangenen Jahren immer populärer geworden, vor allem im VC-getriebenen Tech-Sektor.

Frisches Kapital hat Wise offenbar nicht nötig. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge seit 2017 profitabel und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 492 Millionen Euro (421 Mio. Pfund) sowie ein EBITDA von 127,5 Mio. Euro (109 Mio. Pfund). Der Gewinn verdoppelte sich in dem Geschäftsjahr auf 48 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr für 2022 soll es erste Einblicke für die Öffentlichkeit im Juli geben.

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Kunden sollen Investoren werden

Im Zuge des Direct Listings will Wise auch versuchen, viele bestehende Kunden zu Shareholdern zu machen, und hat dafür das Programm OwnWise aufgesetzt – eine Art Crowdinvesting im großen Stil. Wer mitmacht, der kann während eines Zulassungszeitraums Wise-Aktien kaufen (basierend auf dem Marktwert zum Zeitpunkt des Kaufs) und muss diese 12 Monate lang halten. Am Ende Periode erhaltne sie dann Bonusaktien von Wise, die 5 Prozent des Wertes der während des Teilnahmezeitraums gekauften Aktien entsprechen.

Außerdem sollen die OwnWise-Teilnehmer – im ersten Jahr auf 100.000 beschränkt – an vierteljährlichen Meetings mit dem Team teilnehmen können und einen frühen Zugang zu neuen Funktionen und Produkten bekommen. Für dieses Programm können sich derzeit aber erst einmal nur Kunden in Großbritannien anmelden, in anderen Ländern müssen noch regulatorische Anforderungen erfüllt werden.

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