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Wingly: Das „Airbnb der Lüfte“ bekommt 3 Millionen Euro Investment

Die Wingly-Gründer Lars Klein, Emeric de Waziers und Bertrand Joab-Cornu. © Wingly
Die Wingly-Gründer Lars Klein, Emeric de Waziers und Bertrand Joab-Cornu. © Wingly

Lufthansa, Austrian Airlines, Air France und Co fliegen wieder – der rechte Zeitpunkt für das französische Startup Wingly, mit einer ganz großen Meldung offiziell zu werden. Denn die Mitgflugzentrale der drei Gründer Lars Klein, Emeric de Waziers und Bertrand Joab-Cornu bekommt ein Investment von satten drei Millionen Euro durch den Innovacom-Fonds, der etwa auch den österreichischen Roboter-Spezialisten Robart zu seinem Portfolio zählt.

Wingly ist 2015 gestartet und vermittelt freie Plätze in den Flugzeugen von Privatpiloten. Bisher war das vor allem ein Freizeitvergnügen. „Bis dato war der Fokus ganz klar auf Freizeitflügen, mehr als die Hälfte waren Rundflüge. Ein gutes Drittel waren Tages- bzw. Wochenendausflüge und ein kleiner Teil waren Streckenflüge“, sagt Mitgründer Klein. Ein Beispiel: Einen einstündigen Rundflug in einer Cessna um Wien von Wiener Neustadt aus bekommt man bei Wingly ab 85 Euro.

Expansion auf Transportdienste

Mit Hilfe des neuen Investments will die Pariser Firma nun aber ins Transport-Business einsteigen. „Wingly Pro“ soll eine Plattform werden, auf der Anbieter von Transportflügen mit Firmen zusammenkommen, die Waren transportieren müssen. “Unser Ziel ist es, aus den bestehenden Transportflügen zwischen über 500 deutschen Flugplätzen ein Netz zu knüpfen. So machen wir Charterflüge von nur teilweise ausgelasteten Flugzeugen und Hubschrauber für Unternehmen zugänglich“, sagt Mitgründer de Waziers.

Das Kerngeschäft will Wingly nicht aufgeben. Mit Hilfe einer neuen Reisebüro-Lizenz will man Passagieren die Möglichkeit geben, individuelle Flugabsichten zu äußern. Diese können dann entweder von privaten Luftfahrtunternehmen oder von Privatpiloten bedient werden. Bisher wurden laut Klein etwa 30.000 Passagiere auf knapp 20.000 Flügen vermittelt.

Nach Corona: „Kommen gestärkt zurück“

Das Geschäftsmodell erinnert an Airbnb. Wingly führt selbst keine Flüge durch sondern vermittelt lediglich freien Platz für Passagiere und Pakete. „Der Mitflieger bezahlt bei Buchung die Servicegebühr, mit der wir die Kosten für die Plattform, Versicherung, usw. abdecken“, sagt Klein. „Bei Stornierung gibt’s natürlich 100 Prozent zurück.“

Die Corona-Krise hatte natürlich auch Effekte auf Wingly. „Wie bei allen, sei es Luftfahrt oder Tourismus generell, ging unsere Aktivität von März an auf einen Nullpunkt. Das war ein herber Schlag für uns und hat natürlich auch die Finanzierungsrunde verzögert“, sagt Klein. „Langsam aber sicher kommen wir aber zurück und vermutlich sogar gestärkt. Kurzarbeit oder Entlassungen gab es bei uns nicht, wir haben uns stattdessen einfach auf die Vorbereitung von Wingly Pro fokussiert.“

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