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Wiener Startup Mostly AI schafft es in den renommierten Plug-and-Play-Accelerator

Michael Platzer ist CEO von Mostly AI © Alexandra Ebert / Mostly AI
Michael Platzer ist CEO von Mostly AI © Alexandra Ebert / Mostly AI

Plug and Play ist der weltweit größte Accelerator und Traumdestination für einen Wachstumsschub vieler Startups weltweit. Die Startup-Schmiede aus dem Silicon Valley war schon Investor bei Firmen wie PayPal, Lending Club, Dropbox, N26 oder SoundHound. 123 Jungunternehmen nimmt der Beschleuniger heuer wieder in sein dreimonatiges Programm auf, das sich insgesamt sieben Verticals widmet.

Mit Mostly AI hat es auch ein österreichisches Startup in den Accelerator geschafft. Das Wiener Jungunternehmen nimmt an dem Programm „FinTech“ teil, für das insgesamt 24 Startups ausgewählt wurden. Das FinTech-Programm findet an den Plug-and-Play-Standorten Paris, Frankfurt, Abu Dhabi und Sunnyvale statt. Die Teilnahme ist kostenlos – Plug and Play nimmt keine Firmenanteile dafür.

Künstliche Datensets für sicheres Big Data

Mostly AI löst ein Problem, das sehr viele Großunternehmen betrifft. Das Team um die Gründer Michael Platzer, Roland Boubela und Klaudius Kalcher schafft komplett anonyme riesige Datensets für Big-Data-Analysen. Bisher ist das Problem, dass bei der Verwendung sehr großer Sets an Daten von Kunden und anderen Personengruppen der Datenschutz nicht ausreichend gewährt werden kann – die meisten gängigen Anonymisierungsverfahren sind nicht komplett zuverlässig oder können nur bei einer begrenzten Zahl von Daten angewandt werden. Mostly AI hat eine KI entwickelt, die aus diesen Daten-Sets lernt und auf Basis dieses Wissens komplett anonyme, synthetische Kundendaten generiert. Diese Daten können dann als Basis für Big-Data-Anwendungen dienen.

„Für unsere Big Data Engine sehen wir gerade bei Banken ein besonders großes Potenzial“, erklärt Boubela die Teilnahme am FinTech-Batch von Plug and Play im Gespräch mit Trending Topics. Durch den erhöhten Datenschutz und das Bankengeheimnis seien synthetische Kundendaten ein spannendes Thema in der Finanzbranche. In Österreich gehört etwa die Erste Bank zu den ersten Kunden von Mostly AI. „Wir haben sehr viel Zuspruch aus den USA“, sagt Boubela. Dort sei die DSGVO, die Datenschutzverordnung der EU, ein großes Thema bei vielen großen US-Unternehmen. Von der Teilnahme an dem Accelerator erwartet sich Mostly AI vor allem Kontakte zu interessanten Enterprise-Kunden. Ein Investment stehe nicht im Hauptfokus, so Boubela.

Millioneninvestment 2018

Das Startup hat sich 2018 ein Investment von einer Million Euro gesichert (Push Ventures und Münchner 42Cap) und hat heuer bereits im Zuge des „GoSiliconValley“-Programms der Außenwirtschaft der WKÖ US-Luft geschnuppert (Trending Topics berichtete). Der Plug and Play Accelerator gilt als gutes Sprungbrett für größere Investmentrunden und Projekte mit Großunternehmen. „Plug and Play hat im Jahr 2018 mehr als 1.500 Dealflow-Sitzungen veranstaltet, die zu einer großen Anzahl von Pilotprojekten, Proof of Concepts (POC) und Investitionen zwischen Unternehmen und Start-ups führten“, heißt es in einer Aussendung.

Plug and Play in Österreich

Der Silicon-Valley-Accelerator ist übrigens seit heuer auch in Österreich tätig. Konkret am Wiener Flughafen. „Im Silicon Valley hat Österreich den Ruf, traditionelle Qualität mit Neuem zu vereinen“, so Saeed Amidi, CEO und Gründer von Plug and Play, zu Sommerbeginn in einer Aussendung. Saeed Amidi ist seit 1996 Technologie-Investor und hat Plug and Play im Februar 2006 gegründet. „Ich freue mich auf viele neue Ideen, die wir aus Österreich in die Welt tragen können“, hieß es weiter. Plug and Play bietet am Wiener Flughafen die zwei Programme „Smart Cities“ und „Travel & Hospitality“ an, für die man sich zweimal jährlich bewerben kann.

+++ Wiener Flughafen kooperiert mit Startup-Schmiede Plug and Play  +++

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