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Wiener Startup Eventus: Militärstrategen sollen für mehr Sicherheit in Unternehmen sorgen

© Photo by Victor Garcia on Unsplash
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„Ob ich jetzt ein Startup habe oder einen Weltkonzern, ich kann immer gefährdet sein“, mahnt Johannes Glöggler. Der 35-Jährige hat nach einer Karriere bei Deutsche Bank, Morgan Stanley, J.P. Morgan und Commerzbank in Frankfurt und London gemeinsam mit sechs Freunden und Bekannten ein Startup in Wien gegründet: EVENTUS ist ein Sicherheitsdienstleister mit sehr umfassendem Ansatz – es geht um Personenschutz, Prävention von Wirtschaftskriminalität oder Schutz vor neugierigen Mitbewerbern. Das zehnköpfige Team besteht aus Ex-Militärs, ehemaligen Nachrichtendienstlern, Wirtschaftsjuristen und Investmentbankern. „Das ist Militärstrategie: Wie sehe ich aus einer Gegnerperspektive, wer meine möglichen Feinde sind. Diese Dinge machen wir für Unternehmen“.

Startups: Sales statt Security

Glögglers Message: Wenn schon große Konzerne ein Sicherheitsproblem haben, haben es kleine Unternehmen erst recht. Und Startups, so meint er, sind ein attraktives Ziel  – gerade für Wirtschaftsspionage. Innovative neue Technologie treffe hier oft auf sehr niedrige Sicherheitsstandards. „Das ist ja auch klar, denn: Was muss ein junges Unternehmen machen? Ich brauche Kunden, muss mein Produkt verfeinern, muss mich am Markt etablieren. Woran denkt man am wenigsten? Das irgendetwas im Bereich Sicherheit schief geht“.

Ungefähr ein Drittel der österreichischen Unternehmen war schon mal Opfer von Wirtschaftsspionage. 57 Prozent aller Fälle passieren über aktive oder ehemalige Mitarbeiter, zitiert der Unternehmer aus einer Studie von Innenministerium, Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer aus dem Jahr 2011. EVENTUS setze deshalb bei Aufklärung und Prävention an. Derzeit ist die Security-Firma beispielsweise mit einem innovativen Photovoltaik-Startup aus Deutschland im Gespräch. Industriespionage könnte die Bemühungen, in diesem Bereich wieder Fuß zu fassen, im Keim ersticken. „Genau in diesem Bereich wurde Deutschland ja von China abgehängt“.

Risikofaktor Praktikant

Startups haben oft eine hohe Fluktuation bei Mitarbeitern, was die Situation umso schwieriger macht. „Praktikanten wechseln innerhalb kürzester Zeit von Top-Unternehmen zu Top-Unternehmen, vielleicht zur Konkurrenz. In einer kleinen Organisation haben Mitarbeiter aber schnell Zugriff auf alle Dateien und Informationen“, so Glöggler. Genau das mache sie ja als Arbeitgeber für junge Menschen so interessant: Man kann von Beginn an mitgestalten. Aber nicht nur Praktikanten können sensible Informationen wie etwa eine Kundendatei zur Konkurrenz mitnehmen. Auch CTOs wechseln in schnell wachsenden Unternehmen häufig, weiß der studierte Betriebswirt. Gelegentlich mache der neue Arbeitgeber die Mitnahme bestimmter Informationen vielleicht sogar zur Bedingung.

Was man dagegen tun kann? Die ständige Kontrolle von Zugriffsrechten sei eine Grundlage, meint Glöggler. „Ich muss mir auch Gedanken machen, auf welche Anzeichen ich im Verhalten von Leuten achten muss“. Etwa, wenn Mitarbeiter plötzlich auffällig viel Zeit für vermeintlich private Termine brauchen würden. Mitarbeiter können aber auch unbewusst zum Sicherheitsrisiko werden. Über „Social Engineering“ holen sich Kriminelle Informationen aus Unternehmen, indem sie Mitarbeiter manipulieren. In diesem Fall helfe in der Prävention eine entsprechende Schulung von Mitarbeitern, die EVENTUS auch anbietet.

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