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Wiener Startup Cubicure druckt wiederverwendbare Schutzmasken für Spitäler

Schutzmasken, FFP2, FFP3, Partikelfilter-Maske
© Pixabay

Das Wiener Startup Cubicure hilft in Österreich, Engpässe bei wiederverwendbaren Partikelfiltermasken zu vermeiden. Der Weltmarktführer bei 3D-Druckern mit lichthärtendem Verfahren hat seine Maschinen nun für die Maskenproduktion eingestellt. Bis zu 1.000 Hochsicherheitsmasken könnten so noch im April wöchentlich in Liesing produziert werden, wie CEO Robert Gmeiner im Gespräch mit Trending Topics bestätigt. Allerdings gibt es bei der Produktion dieser Masken der Schutzklasse 2 und 3 (FFP2 und FFP3) einige Herausforderungen.

Cubicure hat spezielles Material entwickelt

Zielgruppe der Masken sind vor allem Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, denn die Masken sind dampfsterilisierbar und der Filter könne durch einen einfachen Einsatz regelmäßig ausgetauscht werden. Auf die Sterilisierbarkeit ist Cubicure stolz, denn das ist bei dem lichthärtenden 3D-Druckverfahren eine Seltenheit. Bei dem Verfahren werden die Kunststoffschichten, die die Maschine druckt, mit Laserlicht gehärtet.

Der Haken sind die Materialien, die dabei üblicherweise zum Einsatz kommen. „Die Harze haben oft schlechte Eigenschaften und sind deshalb nur limitiert in der Industrie einsetzbar“, erklärt Gmeiner. Dabei geht es unter anderem um die Temperaturbeständigkeit, die für die Sterilisierbarkeit wichtig ist. Cubicure ist nach eigenen Angaben der erste Hersteller, der ein entsprechendes Druckmaterial entwickelt hat.

Dass Cubicure, ein Spin-off der TU Wien, jetzt Schutzmasken druckt, sei ein Ausnahmefall, sagt Gmeiner. Das Geschäft des Jungunternehmens ist eigentlich die Produktion und der Verkauf von 3D-Druckern. „Wir haben aber ein internes Applikationslabor, wo normalerweise erste Stücke zur Probe für Kunden hergestellt werden“, erklärt der Firmenchef. Dort sollen demnächst Masken gedruckt werden und die meisten davon sind auch schon Abnehmern versprochen.

3D-Drucker bei cubicure. © cubicure
3D-Drucker bei cubicure. © cubicure

Großes Interesse, Spritzguss hätte aber noch mehr Potenzial

„Nachdem das letzte Woche bekannt wurde, haben wir hunderte Bestellungen bekommen“. Jetzt will Cubicure auch das Kundennetzwerk der Firma aktivieren – dort sei das Interesse groß. Bei diesen Firmen gebe es dann auch das Potenzial, das Design in den Spritzguss überzuführen, was zwar teuer sei, aber viel höhere Kapazitäten ermögliche.

Beim 3D-Druck von Schutzausrüstung gibt es laut Gmeiner nämlich durchaus Herausforderungen bei der Produktivität: „Je größer ein Objekt ist, desto unwirtschaftlicher ist es, es auszudrucken“. Deshalb würden 3D-Drucker in der Regel für kleinere Serienteile eingesetzt. „Es macht wenig Sinn, Schutzmasken für den einmaligen Gebrauch auszudrucken. Für wiederverwendbare Masken sieht die Situation aber deutlich anders aus. Hier kann der 3D-Druck zusätzlich mit raschen Produktverbesserungen und auch individuellen Anpassungen punkten“, meint der Experte.

Neue Zertifizierungsstelle

Die Cubicure-Masken bestehen aus dem Mundnasenschutz, der ausgedruckt wird und einem Partikelfilter, der von anderen Herstellern stammt und in eine Aussparung eingesetzt wird. Das Ziel ist es FFP2- oder FFP3-Masken zu produzieren, womit man sich im Bereich eines Medizinproduktes der Klasse 1 bewegen würde. Dafür wurden bisher in Österreich Eigenzertifizierungen von den Herstellern durchgeführt. Die Einhaltung der Normvorschriften der am Markt befindlichen Produkte wird dabei laufend von der Gesundheits-Behörde AGES geprüft.

Aus aktuellem Anlass gebe es nun aber eine neu errichtete Zulassungsstelle in Österreich, sagt Gmeiner. Bevor der Verkauf der Cubicure-Masken starten kann, will die Firma noch die Zertifizierung klären und geeignete Filtermedien finden. Die größte Herausforderung bei den Schutzmasken sieht der studierte Techniker darin, die Maske dicht am Gesicht abschließen zu lassen, aber gleichzeitig eine ausreichende Sauerstoffzufuhr zu ermöglichen.

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