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Wiener Social-Impact-Startup Wisr sichert sich 250.000 Euro Investment

Das Wiener Startup Wisr hat sich in einer Seed-Runde das erste Investment gesichert. Vier Business Angels haben insgesamt 250.000 Euro in die junge Social-Impact-Firma gesteckt. An Bord sind nun Niki Futter (Compass Verlag), Stephan Blahut (ÖGV), Nathalie Karré (Accelor) und Christian Geissler (Kern Engineering Careers). „Wir sind sehr stolz, mit Nathalie Karré auch eine Frau als Investorin gewonnen zu haben“, sagt Wisr-Co-Founderin Klaudia Bachinger im Gespräch mit Trending Topics.

Immer größer werdende Lücke am Arbeitsmarkt

Das Startup hat eine Online-Plattform entwickelt, die Pensionisten an Arbeitgeber vermittelt. „Wisr schließt eine immer größer werdende Lücke am österreichischen HR-Markt. Eine stetig älter werdende und aktive Bevölkerung wird das bestimmende gesellschaftliche Thema der nächsten 20 Jahre werden. Wir wollen das Wissen und Know-How der älteren Menschen den nachkommenden Generationen zur Verfügung stellen und diese bei ihrer Entwicklung unterstützen“, sagt Lead Investor Niki Futter.

10.000 Wisr-Nutzer bis nächstes Jahr

Wisr wurde 2017 von Klaudia Bachinger, Carina Roth und Martin Melcher gegründet und mit einer Wirtschaftsagentur-Förderung einen ersten Prototypen der Plattform entwickelt. „Wisr funktioniert ein bisschen wie LinkedIn. Auf der einen Seite können sich Firmen registrieren und Jobs ausschreiben. Auf der anderen Seite können sich aktive Pensionisten anmelden und ihre Fähigkeiten präsentieren“, erklärt Bachinger. 500 Jobsuchende haben sich bereits registriert, nächstes Jahr sollen es bereits 10.000 sein.

„Jüngere interessieren sich für Growth Hacking und nicht Sales“

Das Interesse der Firmen sei ebenfalls groß und in den nächsten zwölf Monaten soll die Zahl der Partnerschaften auf 30 wachsen. „Wir haben uns Jobs herausgepickt, die schwer zu besetzen sind und die für jüngere Menschen oft nicht so attraktiv sind“, sagt Bachinger. „Jüngere interessieren sich für Online Marketing und Growth Hacking“. Für jeden Lebensabschnitt gebe es passende Jobs und bei älteren Menschen sei das eben oft Buchhaltung oder der Sales-Bereich. „Immer öfter kommt auch die Frage nach UX- oder Produkttestern für ältere Zielgruppen. Sehr viele Unternehmen bedienen diese Zielgruppe und haben oft keine Leute, die Produkte und Services mitgestalten können“, erklärt die Jungunternehmerin.

Kostenpflichtig für Firmen

Bisher basierte das Geschäftsmodell von Wisr auf Provisionen für vermittelte Mitarbeiter. Die fertige Plattform wird für Firmen allerdings grundsätzlich kostenpflichtig sein. Zusätzlich verdient das Startup an Leistungen wie Consulting oder Workshops für Führungskräfte.

Das frische Kapital der Investoren soll vor allem in Marketing und Sales fließen. In diesen Bereichen will das Startup das Team ausbauen. „Wir haben seit kurzem einen neuen 63-jährigen Sales-Mitarbeiter“, freut sich Bachinger.

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