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Nationalrat: Öffnung der Wiener Börse für Startups und KMU fix

Eingang der Wiener Börse. © Wiener Börse
Eingang der Wiener Börse. © Wiener Börse

Jetzt ist es fix: Ab 21. Jänner können auch österreichische KMU und Startups an der Wiener Börse Kapital aufnehmen. Die dazu notwendige Öffnung des Dritten Marktes (auch Freiverkehr) hat heute den Nationalrat passiert. ÖVP, FPÖ und NEOS haben die Änderung im Aktiengesetz abgesegnet – die SPÖ war gegen den Antrag, da die Öffnung des Dritten Marktes Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung fördern würde.

Der Freiverkehr ist aus diesen Gründen in Österreich seit fünf Jahren für heimische KMU geschlossen. Bisher war die Verwendung von Inhaberaktien für heimische Unternehmen nur dem regulierten, amtlichen Handel vorbehalten.

Kritik von der SPÖ

Karlheinz Kopf, ÖVP-Abgeordneter und Obmann des Finanzausschusses erwartet sich nun Erleichterungen bei der Kapitalbeschaffung und insgesamt eine Eigenkapitalstärkung der klein- und mittelständischen Betriebe. Das Gesetz werde positive Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung haben, ist er überzeugt. Doris Magreiter von der SPÖ sieht das anders: Die Novelle werde kaum spürbare Impulse für die KMU setzen. Selma Yildrim (SPÖ) warnte, dass die Zulassung der Inhaberaktien im Widerspruch zu sämtlichen Erfahrungen aus der Finanzkrise stehe und gegen die internationalen Schutzbestimmungen zur Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche verstoße.

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Wiener Börse eröffnet neues Marksegment

Die Wiener Börse setzt die Neuerung ab 21. Jänner 2019 um. Das neue Marktsegment „direct market“ ersetzt damit den „mid market“. „Das neue Angebot richtet sich an Aktiengesellschaften ab einer Aktionärsanzahl im niedrigen zweistelligen Bereich“, erklärt Wiener-Börse-CEO Christoph Boschan. Ein Börsengang im Segment „Direct market plus“ kostet laut Wiener Börse einmalig 5.000 Euro und dann jährlich 1.000 Euro.

Der Dritte Markt ist für KMU mit einer Marktkapitalisierung im unteren bis mittleren zweistelligen Millionenbereich interessant. Startups wird es in Österreich also nur wenige geben, die „direct market“ für einen IPO nutzen. Boschan rechnet mit bis zu zehn Neuzugängen pro Jahr in diesem Segment, wie der Börsenchef in einem Interview mit Trending Topics sagte.

Das sind die Anforderungen im Dritten Markt

Im Vergleich zum regulierten Markt sind die Anforderungen im „direct market“ relativ gering. Unternehmen müssen mindestens ein Jahr alt sein, Jahresabschlüsse und Halbjahres-Berichte veröffentlichen, einen Unternehmenskalender führen und sich von einem Capital Market Coach begleiten lassen.

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