Standortanalyse

Startup-Hub für CEE: Wien erstmals unter den Top 10 Startup-Hotspots Europas

Wien punktet mit Lebensqualität, Infrastruktur und den vielen talentierten Menschen aus ganz Mitteleuropa die hier leben © MuseumsQuartier Wien, Daniel Gebhart de Koekkoek

Wenn ihr nochmal von vorne beginnen würdet – wo würdet ihr starten? Diese Frage wurde 700 Gründern von der European Startup Initiative (esi) gestellt. Die dabei entstandene Startup Heatmap für Europa zeigt: Zwar hat Berlin die Nase vorn, doch Wien ist als Standort für Startups ebenfalls heiß begehrt. Die Hauptstadt ergatterte noch vor Paris (13.) den 10. Platz unter 30 europäischen Städten.

Ranking der Startup-Städte 2016 (laut Startup Heatmap):

  1. Berlin
  2. London
  3. Amsterdam
  4. Barcelona
  5. Lissabon
  6. Dublin
  7. Stockholm
  8. München
  9. Kopenhagen
  10. Wien

Talente sind am wichtigsten

Was die Umfrage zeigt: Wien wird von den befragten Foundern besonders als guter Platz für High-Tech-Startups gesehen. Allgemein ist für die Gründer besonders talentiertes Personal wichtig. So würden 71 Prozent wegen der Talente an einen anderen Standort gehen. Hier kann Wien punkten: „Wien hat 200.000 Studierende und 21 Universitäten am Standort. Jeder Zehnte in Wien studiert. Da sind international viele immer wieder erstaunt“, sagt Gabriele Tatzberger von der Wirtschaftsagentur Wien.  Gerade die CEE-Kompetenz sei hilfreich: „Rund ein Viertel der Studierenden haben eine nicht-österreichische Staatsbürgerschaft. Wir haben in Wien eine Pipeline für Gründerteams und Startups, die in Europa aktiv werden wollen.“ Österreich bzw. Wien eignet sich besonders gut als Testmarkt für einen Rollout: „Als Testregion ist Wien kostengünstig und überschaubar.“

Wien überzeugt durch Infrastruktur und Kosten

Gabriele Tatzberger von der Wirtschaftsagentur Wien freut sich über das gute Ranking
Gabriele Tatzberger © WW / Christian Husar

Ebenfalls wichtig laut esi sind Foundern bei der Standortwahl das Ökosystem (69 Prozent), die Kosten (51 Prozent) und die Möglichkeit, an Kapital zu gelangen (44 Prozent). Gerade asiatische Startups sind dabei von Wiens Vorzügen begeistern, sagt Tatzberger. So sind über den Flughafen Wien alle Hauptstädte Europas in drei Stunden erreichbar und auch Übersee kann rasch bereist werden. Weitere Standortfaktoren, die international überzeugen sind die Infrastruktur und die Kosten: „Die Mietpreise sind zwar gestiegen, machen aber nur ein Drittel von jenen in Paris oder London aus! Und nur 1 € pro Tag bei einer Jahreskarte für ein dichtes öffentliches Nahverkehrsnetz – das glauben mir viele nicht. Und das in einer Großstadt, bei der man das Wasser aus der Leitung trinken kann.“

Wien statt London?

Berlin versucht neuerdings, mit einem neuen Förderprogramm Londoner Startups nach dem Brexit ins Land zu locken. „Was Berlin macht, tun wir schon lange“, sagt Tatzberger. Das Vienna Startup Package hat das Ziel, mehr internationalen Jungunternehmen Wien als Business Location schmackhaft zu machen. Der internationale Wettbewerb lädt die Gewinner ein, zwei Monate nach Wien zu kommen – Reisekosten, Co-Working-Spaces und Wohnkosten werden übernommen. Neben einem Coaching gibt es natürlich auch Tickets fürs Pioneer’s Festival. „Wien hat eine höchst attraktive Förderlandschaft, auch für Startups, die ihren Firmensitz nicht in Wien haben. Nach Förderzusagen haben sie sechs Monate Zeit, sich in Wien anzusiedeln, was auch gerne genutzt wird.“

Nimmt man die Förderprogramme von Bund und dem Standort Wien zusammen, so stehen jährlich rund 50 Millionen Euro pro Jahr für JungunternehmerInnen zur Verfügung. „Das Fördersystem ist ein USP für den Standort Wien. So kann die Produktentwicklung am Anfang leichter vorangetrieben werden, ohne dass man Risikokapitalgeber hineinnehmen muss“, so Tatzberger. Rund zwei Drittel der österreichischen Startups befinden sich übrigens in Wien – und schaffen durchschnittlich nach 2 bis 2 ½ Jahren rund 7,5 Beschäftigte. Zwar sei man bei der Wachstumsfinanzierung nicht so gut aufgestellt. „Das ist aber generell ein europäisches Thema.“

Jeder Standort hat seine Argumente. „Doch ich kenne auch Startups, die in den USA sind, da es dort Risikokapital gibt. Die Entwicklungsabteilung ist aber in Wien. Denn die IT-Experten in Silicon Valley kosten viel mehr als hier.“

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