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Mobility

Regelung

Neuer Taxitarif in Wien ermöglicht flexible Preise für Uber und Co.

Die Taxis gegen Uber. © Photo by 𝗔𝗹𝗲𝘅 𝘙𝘢𝘪𝘯𝘦𝘳 on Unsplash
Die Taxis gegen Uber. © Photo by 𝗔𝗹𝗲𝘅 𝘙𝘢𝘪𝘯𝘦𝘳 on Unsplash

Es ist eine der wichtigsten Regeln für die Zukunft der individuellen Mobilität in der österreichischen Hauptstadt: Der neue Wiener Taxitarif steht fest. Dieser gilt ja durch die Zusammenlegung von Taxis und Mietwagenfahrern in ein Einheitsgewerbe nicht nur für die traditionellen Taxler, sondern eben auch für Ride-Hailing-Dienste wie Uber, Bolt oder Free Now.

Wie sieht dieser Tarif für Street Hailing, also das Heranrufen eines Taxis auf der Straße, nun aus? Er setzt sich wie folgt zusammen:

  • Grundtarif am Tag: 3,40 Euro
  • Grundtarif in der Nacht: 3,80 Euro
  • Streckentarif für 1 bis 5 km von 0,80 Euro
  • Streckentarif ab 5 km von 0,50 Euro
  • Zeittarif von 0,50 Euro sowie etwaige Zuschläge

Und ganz wichtig: Vorbestellte Fahrten können in Zukunft mit einer Preisspanne von 20 Prozent nach unten wie nach oben vorausberechnet werden. Das ermöglicht den Ride-Hailing-Apps, die Taxi- wie Mietwagenfahrer vermitteln, ein wenig einen Wettbewerb mit Angeboten zu führen. Aktuell gilt der alte Taxitarif, an den sich Uber und Co. wegen des Gelegenheitsverkehrsgesetzes, das seit 1. Jänner in Kraft ist. Dieses Gesetz ermöglicht es den Landeshauptleuten aber auch, Preisspannen für vorbestellte Fahrten zu erlauben. Das hat die Stadt Wien bzw. die rot-pinke Stadtregierung nun auch getan.

Uber fährt bis 1. März nur mehr zu normalen Taxipreisen

Tarif wird ein Jahr lang beobachtet

„Für eine moderne Stadt wie Wien ist es wichtig, Mobilität neu zu denken und im Sinne des Bedarfs unserer Bevölkerung wie auch der internationalen Gäste zu optimieren. Mit diesem Schritt schaffen wir nicht nur einen qualitativen Sprung nach vorne und verbessern das Mobilitätsangebot in Wien, sondern fördern damit auch den Wirtschafts- und Tourismusstandort Wien im internationalen Standortwettkampf. Möglich macht das vor allem die im letzten Jahr verordnete Landesbetriebsordnung, die wichtige Qualitätsmerkmale beinhaltet und zur Modernisierung des Personenbeförderungsgewerbes beigetragen hat“, so Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke.

Der neue Tarif soll ab 1. März gelten, die entsprechende Verordnung geht jetzt in Begutachtung und soll dann in einer einjährigen Beobachtungsphase laufen. In dieser werden die Sozialpartner, also Wirtschafts- und Arbeiterkammer, Daten zum dem Tarifmodell sammeln sowie dessen Umsetzung und Wirkung prüfen. Besonderer Fokus soll dabei auf Punkte wie Klimaschutz, Lohn-und Sozialdumping gelegt werden. AK-Präsidentin Renate Anderl und Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, sprechen beide von einer „fairen“ neuen Regelung.

Taxibetreiber feiern neue Regelung

Markus Ornig, Wirtschaftssprecher der NEOS in Wien sagte außerdem: „Zudem setzen wir ein ganz starkes Zeichen für den Klimaschutz: Ab 2025 sollen in Wien nur noch Elektro-Autos als Taxis neu zugelassen werden und die leidige Rückkehrpflicht ist auch Geschichte.“

Die Taxibranche zeigt sich mit dem neuen Tarif zufrieden. „Wir freuen uns, dass durch dieses neue Modell Wucherpreisen diverser Anbieter in Zukunft ein Riegel vorgeschoben wird“, heißt es seitens Taxi 40100-Geschäftsführer Andreas Hödl in einer ersten Stellungnahme und freut sich offenbar über den Sieg über die Mietwagen-Konkurrenz, die in den Jahren zuvor der Taxibranche im Zusammenspiel mit Uber ordentlich viel Geschäft wegnahm. Taxi 40100 kündigt auch bereits an, den Preiskorridor von bis zu minus 20 Prozent nach unten ab März im Angebot miteinbeziehen zu wollen.

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