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Wie sich der japanische Konzern Softbank eine Roboterarmee zusammenkauft

Spot, einer der Boston-Dynamics-Roboter. © Boston Dynamics
Spot, einer der Boston-Dynamics-Roboter. © Boston Dynamics

„Smarte Roboter sind der Schlüssel zur nächsten Phase der digitalen Revolution, und das Team von Boston Dynamics ist klar Technologie-Leader im Bereich dynamischer Roboter.“ So kommentiert Masayoshi Son, CEO der SoftBank Group, die Übernahme der vormaligen Alphabet-Töchter Boston Dynamics und Schaft. Sein japanischer Konzern hat die beiden Roboter-Firmen um eine unbekannte Summe gekauft, und nun gehe es darum, Roboter zu bauen, die das Leben „einfacher, sicherer und erfüllender“ machen sollen.

Softbank hat bereits Expertise in der Robotik aufgebaut. „Pepper“ ist ein eher niedlicher humanoider Roboter um rund 17.000 Euro mit einem Display auf der Brust. Er wurde darauf trainiert, Gestik und Mimik von Menschen lesen zu können – und entsprechend zu reagieren. Zum Einsatz kommen soll er etwa im Service-Bereich.

Softbanks Roboter "Pepper" im Gespräch. © Softbank
Softbanks Roboter „Pepper“ im Gespräch. © Softbank

Die Roboter von Boston Dynamics haben nichts von Peppers Niedlichkeit: Maschinen wie „Atlas“, „Handle“ oder „Spot“ sehen in manchen Augen beängstigend aus – Vergleiche zu „Terminator“ wurden in der Vergangenheit mehrmals gezogen. Sie ähneln Hunden, Pferden oder Humanoiden und können – je nach Modell – über einen Meter hoch springen, bis zu 45 km/h schnell laufen oder 150 Kilo tragen.

Während Boston Dynamics seine Roboter immer wieder der Öffentlichkeit präsentiert, tut die zweite Übernahme durch Softbank, Schaft, sehr geheimnisvoll. Schaft startete 2012 im Rahmen eines Inkubator-Programms an der University of Tokyo und zeigte nur einmal einen seiner Roboter her – er ist ebenfalls humanoid und kann ein Auto lenken:

Robocops zum Greifen nah

Was Softbank aus dem niedlichen Pepper, dem hunde-ähnlichem „BigDog“ oder dem Pferde-Roboter „Handle“ in Zukunft macht, bleibt abzuwarten. Softbank-CEO hat im Zuge der Übernahme immerhin das Wörtchen „sicherer“ fallen gelassen. Das könnte auch bedeuten, dass die Maschinen auch im Rahmen von Sicherheitsbehörden oder gar im Militärbereich eingesetzt werden könnten. Immerhin wurden einige Modelle von Boston Dynamics für das US-Militär mit Geldern der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) entworfen, Schaft hat ebenfalls an einer Challenge der DARPA teilgenommen.

Softbank hat außerdem den „Vision Fund“ im Rahmen von satten 93 Milliarden Dollar aufgestellt (Trending Topics berichtete), zwei der wichtigsten Geldgeber sind die beiden ölreichen Länder Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate (VAE). Letzterer Staat könnte durchaus Interesse an solchen Robotern für den öffentlichen Dienst haben: Vor kurzem wurde in Dubai ein Polizei-Roboter vorgestellt, der mit Hilfe von Google und IBMs Super-Computer Watson entworfen wurde. Bis 2030 sollen solche Robocops, die Gesichter scannen und Strafzahlungen einholen können, in Dubai ein Viertel der Polizeikräfte ausmachen.

 

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