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Wie Python zu einer der beliebtesten Programmiersprachen der Welt wurde

© Pixabay

Es ist noch nicht lange her, da quälten sich Schüler durch lange C#-Commands, um die beliebteste Programmiersprache zu lernen. Vergangenes Jahr hat sich das begonnen zu ändern. Den neuen Star unter den Programmiersprachen kann man in ihren Grundzügen in wenigen Wochen lernen. Dass Python so beliebt ist, hat unter anderem mit der zunehmenden Bedeutung von Data Analytics und Machine Learning zu tun. Es hat aber noch einen einfachen Grund: Die Sprache ist leicht zu erlernen und man kann damit kleine Alltagsaufgaben automatisieren.

In den 1990ern entwickelt

Damit hat Python-Erfinder Guido van Rossum sein Ziel erreicht, das er 1999 unter dem Titel „Computer Programming for Everybody“ festschrieb. Er wollte Menschen Code schreiben lassen, der so einfach zu verstehen ist wie Englisch. Eine Programmiersprache für den Alltag, mit der man Ideen schnell umsetzen kann.

Für Van Rossum war Python ursprünglich ein kleines Hobby-Projekt, mit dem er die Weihnachtsfeiertage 1989 überbrücken wollte. Sein Ziel: eine bessere Version der von ihm mitentwickelten Programmiersprache ABC. Mit dem Namen ist übrigens nicht die gleichnamige Schlange gemeint. Van Rossum war ein großer Fan der Komikergruppe Monty Python.

2017 zur gefragtesten Sprache aufgestiegen

Python musste lange auf den Durchbruch warten. Erst 2012 begann die Aufholjagd im Popularitäts-Ranking der Programmiersprachen – die Developer-Community Stack Overflow misst die Beliebtheit anhand der monatlichen Zugriffe auf User-Fragen zu den verschiedenen Sprachen. 2014 hat Python C++ und PHP deutlich abgehängt, 2016 C# überholt und Ende 2017 ist Van Rossums Ferienprojekt schließlich auch an Java und JavaScript vorbeigezogen.

Der Siegeszug von Python. © Stack Overflow

Bei der Developer-Community GitHub mit 28 Millionen Nutzern, die kürzlich von Microsoft um 7,5 Mrd. Dollar übernommen wurde, liegt Python auf Platz 2 der gefragtesten Programmiersprachen hinter JavaScript und vor Java, PHP und Go.

Mehr Zeit für komplexe Datenanalysen

Die Erfolgsgeschichte von Python hat mehrere Gründe. Einer der wichtigsten ist der beinahe zeitgleiche Siegeszug von Machine Learning und Artificial Intelligence. Forscher in diesen Bereichen verbringen viel Zeit mit komplexen Datenanalysen und der Entwicklung von Algorithmen. Die einfache Syntax von Python verhindert, dass sie nicht genauso viel Energie in das Schreiben und Debuggen des Codes stecken müssen.

Mit anderen Worten: in Python kann man ohne jahrelange Programmiererfahrung schnell Dinge ausprobieren. Darüber hinaus kommt die Sprache mit einer großen Menge vorgefertigter Libraries, die auf AI und Machine Learning ausgerichtet sind.

Programmieren für alle

Zu dem Siegeszug beigetragen hat sicherlich auch die Tatsache, dass Programmieren für breitere Schichten interessant geworden ist. Immer öfter wird gefordert, Programmieren fix im Lehrplan von Schulen zu verankern. Programmieren zählt am Jobmarkt zu einer der am stärksten nachgefragten Skills. Das hat auch dazu beigetragen, dass immer mehr Online-Kurse und Lern-Apps für Coding-Anfänger angeboten werden.

Python ist universell einsetzbar, leicht zu lernen und Anfänger können relativ rasch kleinere Programme schreiben, die einfache Aufgaben am PC automatisieren – kaum eine Sprache könnte also geeigneter sein, Programmieren zur normalsten Sache der Welt zu machen.

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