Channel

Fintech

Krypto-Assets

Wie institutionelle Investoren den Höhenflug von Bitcoin anfeuern

© Roger Brown von Pexels
© Roger Brown von Pexels

Sieht man einmal vom Hype Ende 2017, Anfang 2018 ab, ist Bitcoin an seinem vorläufigen Zenith angelangt. Fast 13.400 Dollar zahlen Trader aktuell je BTC – das ist so viel wie seit dem (manche meinen durch Kursmanipulationen verursachten) Höhenflug im Jänner 2018 nicht mehr. Doch anders als während dem Pump damals ist der Bitcoin-Preis dieses Mal über längere Zeit nach oben geklettert. Zwar gab es auch dieses Jahr Corona-bedingt ordentliche Einbrüche. Doch mit einem Plus von satten 80 Prozent gegenüber Jahresbeginn steht BTC derzeit ziemlich stabil da.

Und es soll noch weiter nach oben gehen. Denn diesmal sind nicht vorrangig anonyme Whales und Retail-Investoren am Werk, sondern immer mehr namhafte institutionelle Investoren. Zuletzt hat PayPal bekannt gegeben, dass es seinen Nutzern (zuerst in den USA) erlauben wird, Bitcoin, Ethereum, Bitcon Cash und Litecoin zu kaufen. Doch schon zuvor sind bekannte Unternehmen in das Geschäft mit den Crypto-Assets eingestiegen.

PayPal, Square und Co.

Die Webseite BitcoinTreasuries.org listet Unternehmen, die große Beträge in BTC und Co investiert haben. Microstrategy mit 425 Millionen, Galaxy Digital Holdings mit 134 Millionen oder Jack Dorseys Payment-Firma Square mit 50 Millionen Dollar sind da verzeichnet. Insgesamt, so rechnet die Webseite vor, wurden erstmals Bitcoin im Gegenwert von mehr als 10 Milliarden Dollar in die Bilanzen börsennotierter Unternehmen wie MicroStrategy und Square aufgenommen.

Und was die Tabelle noch gut zeigt: Die Investments in Bitcoin haben den Großunternehmen (am Papier) satte Gewinne gebracht. „Wir können folglich davon ausgehen, dass mehrere andere Unternehmen dem Beispiel von Square und Microstrategy folgen werden, da die Erträge der Vermögenswerte weiterhin ein beeindruckendes Niveau erreichen“, heißt es etwa seitens Lanre Ige, die wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der 21Shares AG. Das Schweizer Unternehmen hat der Wiener Börse dabei geholfen, dass dort seit Anfang September Bitcoin und Ethereum über so genannte ETPs (Exchange Traded Products) gehandelt werden können. Im Vergleich zu anderen Asset-Klassen hat BTC dieses Jahr starke Zuwachsraten vorweisen können.

© 21 Shares AG
© 21 Shares AG

Der Venmo-Effekt 2021

Die PayPal-Ankündigung vergangene Woche hat wie berichtet dafür gesorgt, dass der Bitcoin-Preis über 13.000 Dollar geklettert ist, wo er nach wie vor steht. Für die Analysten der 21Shares AG ist das aber noch nicht die wirklich wichtige Nachricht. Denn: „Dass Krypto-Assets im 1. Quartal nächsten Jahres auf Venmo verfügbar sein werden, ist die weit aufregendere Nachricht. Venmo, 2013 von Paypal erworben, gehört zu den von über 60 Millionen Amerikanern am meisten geschätzten Social Payment Apps und wird regelmäßig für alltägliche Zahlungen wie Miete und Lebensmittel verwendet“, heißt es in einer Aussendung.

„Die Krypto-Integration von Venmo bedeutet, dass die Marktteilnehmer die Möglichkeit haben, Bitcoins zu investieren und an ihre Umgebung zu überweisen, was eindeutig einen festigenden Effekt im Netzwerk fördert und infolgedessen die Akzeptanz von Krypto erheblich steigert.“

Ob 21Shares mit dieser Prognose richtig liegt oder nicht – essenziell für den langfristigen Siegeszug von Crypto-Assets ist, dass die breite Masse sie annimmt. Derzeit kann man etwa wie folgt rechnen: Es gibt aktuell weltweit rund 100 Millionen Crypto-Investoren von klein bis groß. Das sind nur zwei Prozent der Internet-Bevölkerung, die auf über vier Milliarden Personen geschätzt wird. Wenn aber nun PayPal mit mehr als 300 Millionen Nutzern in das Geschäft einsteigt, dann kann sich die Zahl der Nutzer schnell und stark erhöhen.

© 21 Shares AG
© 21 Shares AG

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise