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WhatsApp soll eine eigene Kryptowährung bekommen

WhatsApp am Screen. © Pixabay
WhatsApp am Screen. © Pixabay

Seit Mai 2018 weiß man, dass Facebook hochoffiziell am Thema Blockchain arbeitet. Damals kam es zu Umstrukturierungen in der durch Datenskandale gebeutelten Firma, und Top-Manager David Marcus übernahm den Bereich Blockchain. Er hatte zuvor dafür gesorgt, dass die Messenger-App ordentliches Wachstum hinlegte (Trending Topics berichtete). Jetzt arbeitet er mit einem Team von mehr als 40 Mitarbeitern an einer eigenen Kryptowährung für WhatsApp.

Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf gut informierte Quellen. Demnach sei ein Stablecoin geplant, der zuerst in Indien eingeführt werden soll und mit dem sich WhatsApp-Nutzer einfach Geld zuschicken können, ohne dazu ein Bankkonto zu benötigen. In Indien zählt WhatsApp rund 200 Millionen seiner mehr als 2 Milliarden Nutzer. Noch soll aber ein etwaiger Start nicht unmittelbar bevorstehen. Konkrete News könnte es auf der F8-Konferenz geben, die Facebook am 30. April und 1. Mai 2019 in San Jose in Kalifornien abhält.

Stablecoin für schnelle Überweisungen

Bei Stablecoins handelt es sich um Kryptowährungen, die durch Fiatgeld besichert sind und dadurch etwa an den Dollar-Kurs gebunden sind. Sie haben den Vorteil, dass sie so nicht der hohen Volatilität anderer Krypto-Assets ausgeliefert sind und so tatsächlich als Zahlungsmittel verwendet werden könnten. Der größte Stablecoin Tether (USDT) ist aber Gegenstand einer Kontroverse, weil bisher nicht klar ist, ob jeder USDT tatsächlich durch einen Dollar besichert ist.

Dass Facebook bei Kryptowährungen auf WhatsApp setzt, ist nachvollziehbar. Noch gibt es bei der Tochter kein funktionierendes Geschäftsmodell (anders als bei Instagram, das durch Werbung finanziert wird). Dieses Jahr haben sich zudem die beiden WhatsApp-Gründer nach Streitigkeiten mit Mark Zuckerberg aus der Firma zurückgezogen (Trending Topics berichtete).

Facebook dürfte sich in Sachen Krypto-Assets in Messaging-Apps auch bei anderen Betreibern inspiriert haben lassen. Kik, Telegram oder Line experimentieren bereits seit längerem mit eigenen Token, mit denen ihre Nutzer einmal für Services bezahlen könnten bzw. sich gegenseitig Geld zuschicken könnten.

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