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WhatsApp-Newsletter sind tot. Jetzt sollen Unternehmen für die Business API zahlen.

WhatsApp am Screen. © Pixabay
WhatsApp am Screen. © Pixabay

Weltweit mehr als 1,5 Milliarden Nutzer – das ist natürlich auch für Unternehmen ein spannender Kanal. seit mehreren Jahren haben Firmen deswegen versucht, die Messaging-App zur Verbreitung von Newslettern und Marketing-Botschaften zu verwenden. Doch dem schiebt die Facebook-Tochter im Dezember nun endgültig den Riegel vor. Ab dem 7. Dezember sollen sogar rechtliche Schritte unternommen werden, sollten Unternehmen WhatsApp zur Verbreitung von Massennachrichten nutzen.

„WhatsApp [wird] ab dem 7. Dezember 2019 rechtliche Schritte gegen diejenigen einleiten, bei denen wir feststellen, dass sie beispielsweise mit automatisierten Nachrichten, Massennachrichten oder einer nicht personenbezogenen Verwendung gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen oder andere Personen bei diesem Missbrauch unterstützen“, heißt es in einem aktualisierten FAQ der Facebook-Tochter. Man wolle sich für den „privaten Charakter“ der Plattform einsetzen und gegen den Massenversand oder den automatisierten Nachrichtenaustausch vorgehen.

Kostenlos ist nur mehr die Beantwortung

Bisher haben vor allem Drittfirmen Dienste mit einigen Tricks Möglichkeiten geboten, mit denen man Newsletter an viele WhatsApp-Nutzer gleichzeitig versenden konnte. Damit ist künftig Schluss, die Messaging-App soll Unternehmen vielmehr für die 1:1-Kommunikation mit Kunden zur Verfügung stehen – etwa wenn es darum geht, jemandem eine Benachrichtigung zum Lieferstatus zu senden oder Kundenanfragen zu beantworten. Für kleine Unternehmen gibt es dafür die „WhatsApp Business App“, in der man etwa Schnellantworten speichern und wiederverwenden kann, um häufig gestellte Fragen einfach zu beantworten.

Komplexer ist da die WhatsApp Business API, welche für mittlere und große Unternehmen gedacht ist. Generell ist dabei zu beachten, dass das kein Ersatz für bisherige Newsletter-Tools ist. Unternehmen dürfen den Regeln zufolge über die API primär nur auf Fragen von Nutzern antworten – die Beantwortung einer Anfrage innerhalb von 24 Stunden („Kundenbetreuungsfenster“) ist dabei kostenlos. Verwenden soll man die API etwa zur Beantwortung von Reklamationen, Rechnungsanfragen, Produkterklärungen oder Problembehebungen.

Paid Notifications mit Einschränkungen

Kostenpflichtig ist es, wenn ein Unternehmen später als 24 Stunden antwortet oder von sich aus eine Nachricht aussendet. Pro Nachricht (= Paid Notification) bezahlt man dann je nach Land des Empfängers zwischen einem und 8 Euro-Cent pro Nachricht (hier ist die offizielle Preisliste). Wer unaufgefordert eine kostenpflichtige Nachricht aussendet, darf darin keine werblichen Inhalte integrieren – ansonsten riskiert man, dass die Nachricht gesperrt wird. Das bedeutet in der Praxis: Man darf nicht einfach irgendwelche Nachrichten versenden, sondern muss freigegebene Vorlagen (Templates) nutzen.

Partnerfirmen von Facebook ermöglichen Zugang

Um die WhatsApp Business API nutzen zu können, muss man sich an eine von derzeit rund 50 Partnerfirmen von Facebook wenden, die Zugang zu der Schnittstelle bekommen haben. Unter diesen findet sich neben bekannten Namen wie Zendesk, Twilio oder Falcon.io auch die deutsche Firma MessengerPeople, die früher unter dem Namen WhatsBroadcast bekannt war und eben jene WhatsApp-Newsletter-Services angeboten hat, denen nun der Riegel vorgeschoben wird.

In Österreich hat websms.at (atms hat 2015 den Business-SMS-Spezialisten sms.at übernommen, Trending Topics berichtete) eine Partnerschaft mit MessengerPeople aus München geschlossen, um seinen Kunden den Zugang zur WhatsApp Business API zu ermöglichen. Dafür bezahlt man eine Grundgebühr ab 99 Euro/Monat. Je mehr monatlich aktive Nutzer (MAU) dazukommen, desto teurer wird die Grundgebühr. Den bisher angebotenen WhatsApp-Service für Broadcasts muss atms mit Ende November einstellen.

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