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WeWork: 100-Dollar-Bonus für Mitarbeiter, die trotzdem ins Büro kommen

© Photo by Uygar Kilic on Unsplash
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Die Coronavirus-Krise birgt für Coworking-Spaces eine ganz besondere Herausforderung. Fast alle Bürojobs werden derzeit von daheim aus erledigt, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Einer der größten Shared-Office-Anbieter, WeWork, setzt für eigene Mitarbeiter auf eine zwiegespaltene Strategie: Einerseits wurde allen Mitarbeitern erlaubt, ins Home Office umzusiedeln. Dann kam aber offenbar ein internes Memo, in dem ein Bonus für jene versprochen wurde, die trotzdem in die Coworking-Spaces kommen. Sie werden mit 100 Dollar pro Tag belohnt, berichtet die New York Times, der das Memo zugespielt wurde.

Nur selektive Schließungen

WeWork betreibt weltweit mehr als 730 Coworking-Spaces in mehr als 30 Ländern und bietet dort nach eigenen Angaben rund 660.000 Mitgliedern einen Schreibtisch und ein umfassendes Programm aus Events und Workshops. Alle Locations wurden für die Zeit der Coronavirus-Pandemie mit Desinfektionsmittel-Spendern ausgestattet, werden häufiger gereinigt und an Mitglieder wurden Desinfektionstücher für Equipment ausgeteilt. Geschlossen wird aber nur selektiv. In Asien betrifft das fast alle WeWork-Locations, in Europa jedoch derzeit keine einzige – darunter offenbar auch Räumlichkeiten in Mailand – und in den USA lediglich einen Standort in New York.

„WeWork ist Heimat für viele Mitglieder, deren Unternehmen für unsere Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind – sei es im Gesundheitswesen, im Versicherungswesen, bei der Lieferung von Reinigungsprodukten oder in anderen Bereichen. Aus diesem Grund werden alle WeWork-Standorte in den USA und Kanada offen und zugänglich bleiben“, schreibt der Anbieter.

Abgesagter Börsengang

Für WeWork selbst könnten flächendeckende Schließungen massive wirtschaftliche Auswirkungen haben. Hinter dem Unternehmen liegen turbulente Monate. Im September musste der geplante Börsengang abgesagt werden und es folgte eine Kündigungswelle. Mit „Space as a Service“ lockte man Softbank als Großinvestor, der mehr als zehn Milliarden Dollar in das Unternehmen steckte und sich dabei die Finger verbrannte.

+++ Die Post-WeWork-Ära: Wachstum um jeden Preis – die Zeiten sind vorbei.  +++

Im Februar übernahm nun ein neuer CEO, Sandeep Mathrani, das Ruder. Der Immobilienprofi hat mittlerweile das C-Level-Team neu aufgestellt und einen Fünf-Jahres-Plan ausgearbeitet, den es nun für Mehrheitseigentümer Softbank umzusetzen gilt. Der Plan sieht vor, dass das Unternehmen 2021 Profitabilität und 2022 „positive free cash flow“ erreicht.

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