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Markt zu klein

Ab nach Berlin: WeAreDevelopers zieht große Entwickler-Konferenz aus Österreich ab

© Tamás Künsztler
© Tamás Künsztler

8.000 Entwickler lockte der WeAreDevelopers World Congress heuer nach Wien. Damit ist die Veranstaltung mit Abstand die größte Business-Konferenz des Landes. Nächstes Jahr darf sich diese Krone wieder ein anderes Event aufsetzen, denn WeAreDevelopers zieht mit dem World Congress nach Berlin um.

Heute hat die Firma die Gerüchte bestätigt, die bereits vergangenen Herbst von Co-Gründer Benjamin Ruschin selbst gestreut wurden. Die Großveranstaltung soll am 6. und 7. Juni bis zu 10.000 Besucher in die Messe Berlin locken. „Der österreichische Markt ist einfach zehnmal kleiner als der deutsche“, begründet Ruschin den Umzug im Gespräch mit Trending Topics. Die Firma soll von den höheren Marketingbudgets profitieren – bis zu 200 Partnerunternehmen peilt WeAreDevelopers für nächstes Jahr an.

Dichtes Event-Programm in Berlin

In Berlin trifft der Wiener Veranstalter auf prominente Konkurrenz bei Events für Techies und wird sich umso mehr auf die Nische Developer konzentrieren müssen. Das Tech Open Air Festival lockte heuer 20.000 Besucher ins Funkhaus Berlin und fokussiert mit einem breiten Themenspektrum auf Startups. Die Digital-Kultur und Netzpolitik-Messe re:publica ist eines der ältesten Techie-Events in Berlin und zählt mit rund 10.000 Besuchern ebenfalls zu den größten. Seit vergangenem Jahr veranstaltet auch das US-Portal TechCrunch sein Startup-Event Disrupt in Europa wieder in Berlin statt in London.

© WeAreDevelopers
Auf der WeAreDevelopers-Konferenz in Wien 2018. © Tamás Künsztler

Zielgruppe: Late-Stage-Startups auf der Suche nach Entwicklern

Das Programm des Berliner WeAreDevelopers World Congress steht noch nicht fest, es soll aber auf Late-Stage-Startups ausgerichtet sein. Ruschin schwebt dabei etwa das von Österreichern gegründete Berliner FinTech N26 vor. „Die machen im Developer Branding vieles richtig“, findet der WeAreDevelopers-Chef. „Sie haben eine coole Marke, einen guten CTO und gute Standorte wie Barcelona“. Doch selbst dann sei es schwierig, gute Entwickler anzulocken, meint der Experte. Von 500 auf LinkedIn angeschriebenen Developern, werde mitunter nur einer angestellt.

In Österreich sei die Situation besonders schwierig, weil Firmen ihr Recruiting nicht auf die sehr spezielle Zielgruppe ausrichten. Die Gehälter sind laut Ruschin zu niedrig und Recruiter würden sich auf klassische Jobportale und Karrieremessen konzentrieren, wo Entwickler aber seiner Meinung nach nicht zu finden sind.

In Wien soll „LinkedIn für Developer“ entstehen

Der Kern von WeAreDevelopers bleibt Österreich deshalb erhalten. Aus der WeAreDevelopers GmbH in Wien wird eine Holding, die sich vor allem auf die Weiterentwicklung der Jobplattform devjobs konzentrieren soll: „Wir bauen das LinkedIn für Developer“, kündigt Ruschin an. Am Standort Wien arbeiten derzeit 45 Mitarbeiter. In Berlin wird ein Team von 20 Mitarbeitern aufgebaut, das alle Events steuern soll.

Neben dem World Congress werden in Zukunft auch kleinere Events in verschiedenen Städten stattfinden. Die erste dieser Veranstaltungen ist in Wien geplant, wo im Dezember etwa 2.000 Besuchern ein Programm rund um Artificial Intelligence geboten werden soll.  Die kleineren Events mit Themenfokus sollen dann auf die Niederlande, den gesamten DACH-Raum und später Großbritannien ausgedehnt werden.

Alexander Farkas neuer Geschäftsführer in Deutschland

Auf Facebook und LinkedIn gab Ruschin kürzlich Alexander Farkas als Geschäftsführer für die „WeAreDevelopers Germany GmbH“ bekannt, Matthias Will wird Head of Events und Robert Schermann Head of Congress Marketing. Farkas war bisher „Head of Event Management“ bei WeAreDevelopers und davor Projektmanager bei der Digital-Agentur Vienna Digital, die von Ruschin und Sead Ahmetovic gegründet wurde und aus der WeAreDevelopers hervorgegangen ist. Die Wiener GmbH wurde 2017 von Ruschin, Ahmetovic, Thomas Pamminger und i5invest-Gründer Markus Wagner gegründet.

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Das WeAreDevelopers-Team mit Benjamin Ruschin (li.) und Apple-Co-Founder Steve Wozniak (Zweiter von li.) © Tamás Künsztler

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