Sprachassistent

Wave: Das Wiener Siri sucht nach Öffis, Citybikes und Car2gos und kennt sogar die Ozonwerte der Stadt

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Wave ist derzeit für iPhone und iPad erhältlich. © Subzero.eu
Wave ist derzeit für iPhone und iPad erhältlich. © Subzero.eu

Sprachsteuerung, digitale Assistenten und Messaging-Apps: Wenn es um personalisierte Informationen am Smartphone geht, kommt man heute nicht mehr um diese Technologien herum. Wie eine solche Lösung für lokal relevante Abfragen aussehen kann, zeigt derzeit der Wiener App-Entwickler Patrick Wolowicz vor, der den mobilen Sprachassistenten Wave (gratis für iPhone und iPad) entworfen hat. „Wie lange brauche ich nach Kagran?“ „Wo ist das nächste Citybike?“ „Wie lange brauche ich vom Stephansplatz zum Westbahnhof?“ „Zeig mir den Weg nach Hause.“ Solche und andere Sprachbefehle kann die App beantworten und zeigt dem Nutzer etwa auf einem kleinen Kartenausschnitt, wohin er gehen muss.

Das Charmante dabei: Das simple Interface ist wie eine Messaging-App gestaltet, die Fragen und Antworten werden in Sprechblasen dargestellt und verbildlichen so die Kommunikation zwischen Nutzer und Computer. „Sprachassistenten beantworten Fragen in natürlicher Sprache. Dadurch sind sie intuitiv und erlauben auch die Nutzung durch Sehbehinderte“, sagt Wolowicz. „In vielen Szenerien sind sie schneller als Touch Interfaces, da ein User präzise formulieren kann, was er möchte, ohne sich durch ein Interface durcharbeiten zu müssen.“

Und: Wave setzt auch offene Daten, wie sie etwa von der Stadt Wien angeboten werden. So kann die Software etwa Fragen nach den Standorten von City Bikes, der Entfernung zu Straßenbahnhaltestellen oder auch der Luftqualität in der österreichischen Hauptstadt beantworten.

Schneller unter iOS 10, Android kommt

Mit dem kürzlichen Update von iOS auf die Version 10 (mehr dazu hier) konnte Wolowicz die Spracherkennung schneller und präziser machen. Die Technologie dabei stammt von Apple, die die gesprochene Sprache analysiert und in für das System verstehbaren Text umrechnet. Aber, wie Wolowicz durch die bisherige Nutzung auch erkannt hat. „Nicht jeder will sprechen. Leider ist Spracherkennung nicht in jeder Lage angebracht – etwa in einem Meeting, oder in anderen Situationen, wo es andere stören würde, oder es zu laut ist.“ Deswegen bietet die neue Version auch die Möglichkeit, Befehle über das Keyboard einzutippen. Rund 40 Prozent der Anfragen werden bei Wave eingetippt, so der Entwickler.

Um mehr Menschen in Wien die Möglichkeit zur Nutzung von Wave zu geben, hat Wolowicz jetzt auch einen Android-Entwickler gefunden. Bis Ende des Jahres soll Klemens Zleptnig eine Version für Googles mobiles Betirebssystem auf den Markt bringen.

Viele Preise für Wave

Dass ein einzelner Wiener Entwickler einen Sprachassistenten für Smartphones entwickeln kann, hat in der jüngeren Vergangenheit einige Jurys beeindruckt. Wolowicz konnte bis dato unter anderem eine App-Challenge auf dem SeamlessCities App Camp, die ESA App Challenge sowie gleich drei Preise bei der open4data challenge 2016 (beste Einreichung, Verkehr, Data4People) gewinnen.

Wolowicz gehört zu den bekanntesten iOS-Entwicklern Österreichs. Er hat neben Wave auch die Apps Wann, SOS Cute, Zen Wars und AutoWiFi programmiert. Außerdem organisiert er die regelmäßigen Cocoaheads-Treffen, wo sich Developer über MacOS-, iOS-, watchOS- und tvOS-Entwicklung austauschen.

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