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Wiener Startup Waterdrop macht mit einer Brausetablette Millionen-Umsätze

Das Gründerteam von Waterdrop rund um Martin Murray. © Waterdrop
Das Gründerteam von Waterdrop rund um Martin Murray. © Waterdrop

Der Wiener Martin Murray saß gerade im Flugzeug, als ihm die Idee für sein Getränke-Startup kam: „Warum schickt man eigentlich Zuckerwasser in Plastikflaschen um die ganze Welt?“ Warum nicht Menschen die Möglichkeit geben, ihr Wasser jederzeit selbst mit Geschmack zu versehen und dabei nebenbei eine Menge Plastikmüll sparen? Zwei Jahre Entwicklung in Deutschland später, war es 2017 schließlich so weit: Waterdrop setzt auf das Prinzip der Brausetablette, verwendet in der Rezeptur aber nur natürliche Pflanzenextrakte und keine Konservierungsstoffe. „Microdrink“, nennt Murray das und macht damit mittlerweile Millionen-Umsätze.

Heuer rund 4 Mio. Euro Umsatz

Waterdrop gibt es in sechs Geschmacksrichtungen mit klingenden Namen wie Focus, Boost oder Defence und alle davon entstehen natürlich, erklärt der Gründer: „Wir nehmen Frucht- und Pflanzen-Extrakte und extrahieren das Wasser und den Zucker – es bleibt nur noch die Essenz übrig“. Das Ergebnis schmeckt laut Murray ein bisschen wie Flavoured Water und ist im Unterschied zu herkömmlichen Brausetabletten kein Nahrungsergänzungsmittel, sondern ein Lebensmittel.

„Man kann eigentlich unendlich viele Waterdrops konsumieren und nicht wie bei einer Brausetablette nur einmal am Tag zu einem ganz speziellen Zweck“. Und das tun offenbar gar nicht so wenige Menschen: Denn heuer wird das Wiener Startup laut Murray rund 10 Millionen Stück verkaufen und seinen Umsatz auf rund 4 Millionen Euro versechsfachen.

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Waterdrop: einzeln verpackte Brausetabletten ohne Zucker und Konservierungsstoffe © Waterdrop
Waterdrop: einzeln verpackte Brausetabletten ohne Zucker und Konservierungsstoffe © Waterdrop

B2B: „In keinem Konferenzraum darf Waterdrop fehlen“

Murray hat noch im Jahr der Gründung Thomas Wieser und Christoph Hermann als Co-Founder an Bord geholt. Mittlerweile besteht das Team aus 18 Leuten und das Startup ist neben Österreich auch in Deutschland, Tschechien, der Schweiz und Dänemark aktiv. Die meisten Waterdrops werden direkt über den Online-Store verkauft, es gibt sie aber auch im Einzelhandel und in sechs eigenen Stores in Deutschland und Österreich.

Das nächste Ziel: „In keinem Konferenzraum darf Waterdrop fehlen“. Derzeit mache das B2B-Geschäft nur knappe 10 Prozent der Umsätze aus, was laut Murray vor allem an dem fehlenden Vertriebsteam liege. Das ist einer der Punkte, die in den kommenden Monaten geändert werden sollen.

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Nur Business Angels, kein VC

Nächstes Jahr will Waterdrop außerdem massiv expandieren. Zuerst mit eigenen Tochtergesellschaften nach Frankreich und Großbritannien. Dann aus Österreich heraus mit einer Online-First-Strategie in ganz Europa. Auch in den USA habe man schon erste Gespräche geführt, verrät Murray. Das starke Wachstum hat das Wiener Startup bisher nur über kleinere Business Angels finanziert, die in der Regel aus dem privaten Umfeld der Gründer kommen. Darunter etwa ein Angel aus Singapur, den Murray im Rahmen seines MBA-Studiums in Singapur kennengelernt hatte.

Der einzige größere Investor ist strategischer Natur: Die deutsche Döhler GmbH ist Produktionspartner von Waterdrop und hält mit 26,2 Prozent den zweitgrößten Brocken der Firmenanteile nach Murray, dem 40,4 Prozent an dem Startup gehören. „Wir sind von der Philosophie her keine Exit-Gründer“, erklärt der Gründer den Umstand, warum das stark wachsende Jungunternehmen keine VC-Fonds an Bord holt.

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