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Warum Österreichs Autobahnen jetzt WLAN bekommen

© Matheus Bertelli via Pexels
© Matheus Bertelli via Pexels

Die oft zitierte Vision, dank IoT den Straßenverkehr für alle Verkehrsteilnehmer sicher zu machen, soll Realität werden. Geht es nach dem Willen der EU, ab heuer. Für die Vernetzung von Fahrzeugen, Straße und anderen Verkehrsteilnehmern gibt es allerdings zwei Standards. Und beide haben eine mächtige Lobby. Im Frühjahr setzte sich die EU Kommission also für den WLAN-Standard C-ITS ein, der unter anderem von VW, Renault, Toyota und Kapsch unterstützt wird.

Der Vorschlag wurde allerdings von 21 Mitgliedsstaaten zurückgewiesen. Das wiederum öffnet der 5G-Lobby wieder alle Möglichkeiten. Hinter dem Standard C-V2X stecken unter anderem Audi, BMW, Daimler, Huawei, Samsung und Qualcomm. Die EU hat die Frage, auf welchen Standard man sich konzentrieren will, also noch offen gelassen.

WLAN ist „ausgereift und sicher“

Die Argumente für WLAN sind einerseits die Kosten, andererseits die Verfügbarkeit. Der Standard könnte sofort umgesetzt werden und Straßen sicherer machen. VW hat angekündigt schon heuer erste Autos damit auszustatten. Und die Asfinag beginnt 2020, Österreichs Autobahnen mit 500 C-ITS WLAN-Boxen auszustatten. „WLAN ist ausgereift und sicher“, wird Asfinag-Geschäftsführer Bernd Datler in einer Aussendung zitiert.

Man könne die Vernetzung von Fahrzeug und Straße eben schon jetzt umsetzen und den Verkehr sicherer machen und genau das sei auch die Motivation dahinter, bestätigt ein Sprecher auf Nachfrage von Trending Topics. Die Asfinag will Informationen zu Fahrstreifensperren, Baustellen, Tempolimits, Pannen oder Unfälle direkt an die Bordcomputer kompatibler Fahrzeuge senden.

Die 5G-Lobby argumentiert, dass der Mobilfunkstandard einerseits sicherere Anwendungen und auch ein breiteres Angebot an Anwendungen ermögliche. So soll es mit C-V2X ganz einfach möglich sein, einen Fußgänger, der gerade die Fahrbahn betritt, über sein Smartphone zu erkennen und ihn und das Fahrzeug, das sich nähert, in Echtzeit zu warnen. Zudem soll 5G auch diverse Entertainment-Angebote ermöglichen.

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5G noch „Zukunftsmusik“

Geht nicht beides? Die Asfinag meint, ja. „Die Entscheidung, jetzt auf diese sichere Technologie zu setzen, hat aber keinen Einfluss auf andere, zukünftige ergänzende Technologien, wie sie etwa die Mobilfunktechnologie 5G sein kann“, heißt es dazu in der Aussendung. Lobbyisten haben in der Vergangenheit aber gemahnt, dass es nicht so einfach möglich sei, den C-ITS-Standard um 5G zu ergänzen. „It is like putting a DVD into a VHS player and try to make it work“, schrieb Afke Schaart, Vice President der Industrievereinigung der Mobilfunker, GSMA, in einem offenen Brief an die EU-Kommission.

Auf Nachfrage bei der Asfinag meinte ein Sprecher, bei dem 5G-Standard handle es sich noch um Zukunftsmusik. In Österreich gibt es 5G derzeit nur in ausgewählten Testgebieten, für Konsumenten ist der schnellere Mobilfunk-Standard noch nicht verfügbar. Wenn es so weit ist, könne man aber die Daten ganz einfach so ausspielen, wie es der jeweilige Standard erfordere.

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