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Gastbeitrag

Warum in Cardano mehr Potenzial steckt als angenommen

Logo der Kryptowährung Ada von Cardano. © Cardano
Logo der Kryptowährung Ada von Cardano. © Cardano
Eliézer Ndinga ist Research Lead bei der 21Shares AG, einem Krypto-Asset-Manager aus der Schweiz. In diesem Gastbeitrag beschäftigt er sich mit der neuen Smart-Contract-Funktion von Cardano, dem Abrechnungsmodell eUTXO und mit dem Potenzial, das die Kryptowährung noch immer hat.
Der Großteil des Kryptomarktes erlebte im Laufe der vergangenen sieben Tage Kursrückgänge von über 15 Prozent. Diese wurden eindeutig durch Liquidationen von Long-Positionen im Wert von über zwei Milliarden Dollar auf traditionellen Handelsplattformen sowie DeFi-Plattformen ausgelöst. Letzte Woche wurden hauptsächlich auf Aave und Aave v2 Positionen im Gesamtwert von 168 Millionen US-Dollar liquidiert. Am 12. September führte Cardano die längst überfällige Smart Contract-Funktion auf ihrer Plattform ein – dennoch wird die hauseigene Kryptowährung ADA aktuell 22 Prozent unter ihrem Höchstwert gehandelt. Das gleiche gilt übrigens auch für Ethereum (rund 25 Prozent unter dem Höchstwert).

 

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Missverständnis über Abrechnungsmodell

Diese jüngste Preisentwicklung von ADA ist in erster Linie auf die momentan stattfindende Marktkorrektur zurückzuführen. Dennoch hat ADA auch mit technischen Problemen sowie einem fundamentalen Missverständnis über sein Abrechnungsmodell eUTXO (Extended Unspent Transaction Output (eUTXO) von Seiten der Community zu kämpfen. Dieses Modell stellt das komplette Gegenteil des Account-basierten Systems vom Ethereum dar, das die Salden von Nutzern überwacht und Investor:innen ermöglicht, ihre Assets mehrmals auszugeben, ohne den Bestand ihrer gesamten Wallet ausgeben zu müssen.
Im Falle von ADA basiert das Abrechnungsmodell gänzlich auf individuellen Transaktionen, die in Blöcke gruppiert werden – vergleichbar etwa mit dem UTXO-Modell von Bitcoin. Hat ein Bitcoin-Nutzer zwei BTC in seinem Wallet und will einem Freund ein BTC schicken, werden über das UTXO-Modell zwei BTC an diesen Freund überwiesen. Das Problem wird so gelöst, dass der Nutzer im gleichen Zug ein BTC an sich selbst überweist, womit zwei separate Transaktionen entstehen; eine für den Nutzer und eine für dessen Freund. Dieses Abrechnungsmodell macht Transaktionen vor allem bei den hochkomplexen DeFi-Applikationen komplizierter, als es nötig wäre.

Cardano steht verstärkte Nutzung bevor

Das Cardano-Team gab vor kurzem bekannt, dass Smart Contract-Applikationen auf Cardano im Stande sein würden, mehrere Transaktionen in einem Block (d.h. mehrere UTXOs) durchführen zu können, um damit die Probleme von Bitcoin vermeiden und von Skalierungseffekten profitieren zu können. Obwohl es noch zu früh ist, um dies mit Sicherheit sagen zu können, gehen wir von einer verstärkten Nutzung und Akzeptanz der Plattform aus, sobald Cardano-basierte Applikationen praktische Verwendung finden und sowohl Entwickler:innen als auch Nutzer:innen die Anwendungsmöglichkeiten von Cardano demonstrieren werden.
Diese Adoption wird erst in einigen Monaten wahrnehmbar werden, und im gleichen Zeitraum werden auch andere Ethereum-Konkurrenten wie Solana und Fantom sowie L2-Lösungen wie Arbitrum Wachstum erleben – und das sowohl beim Marktwert als auch hinsichtlich der Zahl der Applikationen. Doch auch in diesem Fall sollte man Cardano nicht abschreiben: Schließlich ist es absolut möglich, dass auch Cardano ein hunderte Millionen Dollar schweres Liquiditätsprogramm unternimmt, so wie es Fantom und Avalanche in der Vergangenheit taten, um neue Nutzer:innen anzuziehen.
Rechtliche Hinweise:

Das in diesem Beitrag enthaltene Material dient ausschließlich Informationszwecken. Die 21Shares AG und ihre verbundenen Unternehmen empfehlen keine Maßnahmen auf der Grundlage dieser Informationen. Das Material ist weder als Angebot oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, noch als Anlageberatung auszulegen. Darüber hinaus stellen diese Informationen keine Zusicherung dar, dass die hier beschriebenen Anlagen für eine Person geeignet oder sinnvoll sind. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für künftige Kursentwicklungen.

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