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Warum das iPhone 12 das wichtigste Apple-Smartphone seit Jahren wird

So könnte das iPhone 12 aussehen. © Conceptsiphone
So könnte das iPhone 12 aussehen. © Conceptsiphone

Dass Apple in den vergangenen Jahren immer etwas später zur Party gekommen ist als die anderen hat den iKonzern nicht davon abgehalten, zur wertvollsten Firma der Welt aufzusteigen und sogar den Ölriesen Saudi Aramco vom Börsenthron zu stoßen. Mit einem Börsenwert von aktuell 1,928 Billionen Dollar ist das Unternehmen gar auf dem Weg, als erste Firma der Welt die 2-Billionen-Dollar-Grenze zu durchbrechen.

Nun spitzt sich alles auf den 8. September zu. Das soll der Tag sein, an dem CEO Tim Cook vor einem Millionenpublikum aus dem Apple Theatre in Cupertino per Livestream das iPhone 12 vorstellen wird. Leaks haben in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, dass man nahezu alles über das nächste Smartphone weiß – von der Display-Größe über die Kameras bis hin zu den verbauten Chips. Designer haben auf diesen Informationen, die Apple weder bestätigte noch dementierte, bereits Bilder und Videos gebastelt, die das zu erwartende Gerät zeigen sollen und sich am Look des neuesten iPad sowie dem iPhone 5 anlehnen.

5G als Killer-Feature

Doch das entscheidende Feature wird 5G sein. Seit dem iPhone X vor drei Jahren hat sich beim Apple-Smartphone nicht sonderlich viel Neues getan, und Millionen Konsumenten warten nun darauf, sich ein Upgrade zu kaufen. Mit 5G-Fähigkeit ist man dann für die nächsten zwei, drei, vielleicht sogar vier Jahre bestens gerüstet, um auf die vielen neuen 5G-Tarife umsteigen zu können, die Mobilfunker auf der ganzen Welt bringen werden.

Dan Ives, Analyst bei Wedbush, geht gar davon aus, dass 350 der insgesamt 950 Millionen am Markt befindlichen iPhones in den nächsten 18 Monaten von ihren Besitzern gegen ein neues Apple-Gerät getauscht werden könnten. Schon jetzt raten sich Nutzer gegenseitig: Warte auf Herbst und kauf‘ dir entweder eines der neuen 5G-iPhones oder eines der dann verbilligten älteren Modelle. 2021 soll es dann noch ein günstiges 4G-Smartphone geben, wohl ein Nachfolger des iPhone SE.

iPhones der 12-Serie im Größenvergleich. © MacRumors

Wearables & Services

Nicht zu vergessen: Apple wird das iPhone auch weiterhin mit seinen digitalen Services bündeln – von Musik-Streaming über Video-Streaming und Gaming bis hin zur News-App. Diese Services machen mittlerweile beträchtliche Teile des Umsatzes aus, und sie bringen mittlerweile mehr als die Hälfte des Gewinns. Auf dem Rücken des iPhone konnte etwa Apple Music zum zweit größten Musik-Streaming-Dienst hinter Spotify wachsen – und zwar ohne eine Gratis-Version. Diese Services könnten sogar dafür sorgen, dass es immer günstigere Einsteiger-iPhones gibt, die mehr Nutzer zu den Bezahl-Diensten lotsen.

Nicht zu vergessen sind neben den Services auch die Wearables. Zuerst belächelt, haben die AirPods mittlerweile nicht nur reißenden Absatz, sondern auch dutzende Nachahmer gefunden. Und mit der Apple Watch, anfangs von vielen als unnötiges Status-Symbol abgetan, bringt mehr Umsatz als die gesamte Schweizer Uhrenindustrie (Trending Topics berichtete).

Ist Apple in erster Linie eine Consumer-Brand, arbeitet Tim Cook im Hintergrund emsig daran, auch B2B neue Märkte zu erschließen. Davon zeugen zumindest die Übernahmen von Fleetsmith (Geräte-Tracking für Firmen) und Mobeewave (Mobile Payment). Deren Dienste könnten das iPhone noch attraktiver als Geräte im Business-Umfeld machen.

Wettbewerbshüter werden Apple kaum stoppen

Was kann Apple in die Quere kommen? Zum einen muss der Konzern noch beweisen, dass er im schwierigen Corona-Jahr die Logistik und die Produktion meistert, um auch genug iPhones in den Handel zu bringen, um die sicher große Nachfrage zu bedienen. Und zum anderen sind die Wettbewerbshüter sowohl in Washington als auch in Brüssel derzeit sehr dünnhäutig, was Apple angeht. Die EU untersucht derzeit, ob Apple mit seinem App Store und mit Apple Pay den Wettbewerb zu eigenen Gunsten beeinflusst.

Aber kann das Apple stoppen? Eher nicht. Google musste in der EU in den letzten Jahren viele Milliarden Dollar Strafe zahlen. Was die Mutter Alphabet nicht davon abhielt, zu einem Billionen-Dollar-Unternehmen aufzusteigen.

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