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ViveLaCar: Vienna Insurance Group steigt bei deutschem Auto-Abo-Startup ein

ViveLaCar auf dem Handy. © VivelaCar
ViveLaCar auf dem Handy. © VivelaCar

Warum ein Auto kaufen, wenn man es auch im Abo haben kann? ViveLaCar aus Stuttgart in Deutschland ist eines von mehreren Startups, die das Mieten von Autos zum Monatspreis anbieten. Mit dem Versicherungsunternehmen Vienna Insurance Group (VIG) aus Wien hat das deutsche Mobility-Startup jetzt einen strategischen Investor an Bord geholt. Die VIG beteiligt sich mit rund 20 Prozent an dem deutschen Startup. Ebenfalls mit an Bord gekommen ist die Vector Venture GmbH. Die Seed-Finanzierungsrunde soll mehrere Millionen Euro groß sein.

„Entspricht dem Gedanken der Sharing Economy“

Unterstützt werden soll damit die Expansion von ViveLaCar nach Österreich und der Schweiz – derzeit ist der Dienst nur in Deutschland verfügbar, außerdem wird das Geld für die Weiterentwicklung der Plattform, Marketing, Personal sowie den Ausbau unserer Kundenbeziehungen verwendet. Den Aufbau der neuen Aktivitäten in Österreich und der Schweiz leitet als weiterer Geschäftsführer Martin Rada. In beiden Märkten wurden bereits Kooperationen mit Automobilimporteuren geschlossen.

„Uns überzeugt diese einfache und transparente Möglichkeit, mobil zu sein. Kein eigenes Auto mehr zu besitzen, aber mobil zu sein, wenn es notwendig ist, entspricht dem Gedanken der ‘Sharing Economy‘. Auch alles völlig digital und ohne Risiko für den Kunden, Verträge oder Behördenwege abzuwickeln und sich obendrein nicht um die Wartung eines Fahrzeuges kümmern zu müssen, folgt dem Zeitgeist nach unbürokratischen Mobilitätslösungen“, so Elisabeth Stadler, Generaldirektorin der VIG. Da im Monatspreis auch die Versicherung enthalten ist, ist es für die VIG interessant, sich an dem neuen Geschäftsmodell zu beteiligen.

Österreichstart wird vorbereitet

Die Funktionsweise von ViveLaCar ist schnell erklärt: Der Nutzer wählt online unter www.vivelacar.com mit ein paar Klicks das gewünschte Auto aus, legt eine Kilometerpauschale fest und schließt das Abo zum angezeigten monatlichen Fixpreis ab. Je nach inkludierten Kilometern richtet sich dann der Monatspreis – je mehr, desto teurer, versteht sich. Das gewünschte Fahrzeug muss danach nur noch beim Händler in Empfang genommen und nach der vereinbarten Abo-Zeit wieder zurückgestellt werden. Einen Skoda Octavia etwa bekommt man ab etwa 290 Euro pro Monat, dabei sind 200 Kilometer pro Monat inkludiert.

Die VivelaCar-Gründer. © ViveLaCar
Die VivelaCar-Gründer. © ViveLaCar

Das System soll bald auch in Österreich an den Start gehen. ViveLaCar ist seit dem Frühjahr 2019 in Deutschland auf dem Markt und bietet derzeit über 200 verschiedene Modelle von rund 20 Marken an mehr als 300 Standorten in Deutschland an. Für die geplante Expansion nach Österreich und in die Schweiz wurde bereits eine Tochtergesellschaft, die ViveLaCar Wien GmbH, gegründet. 2020 soll die Onlineplattform auf die gesamte D-A-CH-Region ausgebreitet werden.

Elektroautos zum Ausprobieren

Zielgruppen von ViveLaCar sind Expats, die ein Auto für mehrere Monate flexibel borgen wollen, junge Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, und Konsumenten, die einmal bei Elektroautos schnuppern wollen, bevor sie sich ein eigenes kaufen. „Wir haben in einer Trendstudie analysiert, dass fast jeder Zweite daran interessiert ist, ein Elektroauto im Alltag längere Zeit zu testen. Man will erfahren, ob diese Form des Antriebs den Erwartungen entspricht, bevor man sich eventuell für eine Anschaffung entscheidet. Die Möglichkeit, Elektroautos einfach und risikolos zu testen, löst unser innovatives Auto-Abo“, so Mathias R. Albert, Gründer und CEO von ViveLaCar.

In Deutschland arbeitet das Startup mit Vertragshändlern zusammen, die maximal zwei Jahre alte Vorführ-, Kurzzulassungs- oder Jungwagen auf der Webseite und der App des Startups anbieten. Das Auto bleibt im Eigentum des Händlers, Garantie- und Servicearbeiten erledigt ebenfalls der Händler. Das Abo ist jederzeit mit einer Frist von drei Monaten kündbar, bis auf Tanken, Wischwasser und Öl sind alle Kosten im Abo-Preis enthalten. Im Unterschied zum Leasing will man vor allem mit den kurzen möglichen Laufzeiten und somit hoher Flexibilität punkten.

Auto-Abos im Trend

Autos via Internet als Abo anzubieten, liegt seit einiger Zeit im Trend. Das deutsche Startup Cluno hat im September 2019 eine satte Finanzierungsrunde von 140 Millionen Euro erhalten (Trending Topics berichtete), das Geld kommt von NIBC, Varengold Bank, der Deutschen Handelsbank und der BMW Bank. Auch Porsche, GM, Mercedes, Audi, Volvo oder Sixt haben sich bereits an Abomodellen für Autos versucht.

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