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Viesure: Wiener Städtische investiert in zweistelliger Millionenhöhe in Startups und Digitalisierung

Karin Kafesie und Dieter König übernehmen die Leitung von viesure © Marlene Fröhlich
Karin Kafesie und Dieter König übernehmen die Leitung von viesure © Marlene Fröhlich

Mit der Vienna Insurance Group (VIG) geht nach der Uniqa der nächste große Versicherer in Österreich auf Tuchfühlung mit der Startup-Welt. Dazu hat die VIG mit dem viesure innovation center eine eigene Tochtergesellschaft gegründet, die in den neuen Coworking-Space Talent Garden in Wien einzieht. „Wir planen mittelfristig in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag für die Entwicklung eigener Digitalisierungsprojekte bzw. Kooperationen oder Einstieg in Startups zur Kundenservicierung zu investieren“, sagt Roland Gröll, IT-Vorstand der Wiener Städtischen auf Nachfrage von Trending Topics. In Summe investiert der Konzern jährlich rund 50 Millionen Euro in die Digitalisierung.

12-köpfiges Team

Viesure startet mit einem 12-köpfigen Team, das in den nächsten Wochen und Monaten noch ausgebaut werden soll. Die Leitung von viesure übernehmen mit Dieter König und Karin Kafesie zwei interne Innovationsexperten. Das „Corporate Startup“, wie die VIG ihre neue Tochter bezeichnet, soll sich vor allem der Entwicklung von neuen Tools zur Kommunikation mit Kunden widmen und dafür auch mit Startups zusammenarbeiten.

„Einige unserer Versicherungen kooperieren bereits mit Startups und nutzen die Symbiose aus Erfahrung etablierter Unternehmen mit neuem Innovationsgeist und unkonventioneller Herangehensweise. Es freut mich, dass wir jetzt unter der Leitung der Wiener Städtischen unser erstes eigenes Startup aus der Taufe heben und in Österreich positionieren“, sagt VIG-Generaldirektorin Elisabeth Stadler. Erste Ergebnisse sollen bereits im Frühjahr vorliegen.

Enge Zusammenarbeit mit Startup300

In Österreich arbeitet die VIG eng mit dem Linzer Startup-Netzwerk Startup300 zusammen, das auch an Talent Garden Wien beteiligt ist. „Mit Startup300 haben wir vergangenes Jahr ein ganzes Ökosystem aufgebaut“, sagt Startup300-Gründer Bernhard Lehner zu Trending Topics. „Durch die Partnerschaft bekommt die VIG nun alle Services aus einer Hand“.

Uniqa bereits in einige Startups investiert

Die Kooperation von VIG und Startup300 bildet damit auch ein Gegengewicht zu der Partnerschaft zwischen Uniqa und weXelerate. Der zweitgrößte Versicherungskonzern Österreichs ist im Startup-Bereich sehr engagiert und hat vor fast einem Jahr eine Risikokapital-Initiative mit einem Volumen von 25 Millionen Euro ins Leben gerufen. Uniqa Ventures ist bereits in einige Startups investiert, darunter Finabro (A), Fincompare (D), Twisto (CZ) und das InsurTech Bsurance (A). Das Portfolio-Startup Inzmo, ein estnisches InsurTech, hat bereits einen Exit geschafft.

VIG bei deutschem Insurance Innovation Lab engagiert

Die VIG arbeitet bisher nur in anderen Ländern über Tochtergesellschaften mit Startups zusammen. In Polen nutzt die InterRisk beispielsweise die Software eines AI-Startups. Langfristig sollen mit Künstlicher Intelligenz individuelle KFZ-Tarife generiert werden. Seit 2017 ist die VIG auch beim Insurance Innovation Lab in Leipzig engagiert. Dort wurden bereits einige Startups gescreent, bisher habe sich aber keine direkte Kooperation oder Beteiligung ergeben, teilt ein Konzernsprecher auf Nachfrage von Trending Topics mit.

startup300 ist Investor von Trending Topics.

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