Umfrage

Viele Unternehmen können sich 30-Stunden-Woche vorstellen

© Tanja Karlsböck/karriere.at
© Tanja Karlsböck/karriere.at

Die Corona-Krise mit einem Heer an neuen Arbeitslosen und noch mehr Menschen in Kurzarbeit hat auch für eine neue Debatte um Arbeitszeitmodelle gesorgt. Verstärkt in den Fokus gelangt sind dabei die 4-Tage-Woche bzw. die 30/32-Stunden-Woche. Gerade letztere ist bei Arbeitnehmern in Österreich überaus beliebt, wie jetzt eine Umfrage von karriere.at zeigt. Jeder Zweite wünscht sich 30-Stunden-Woche, ist das Ergebnis einer Umfrager unter 477 befragten Arbeitnehmern.

Damit ist die 30-Stunden-Woche das beliebteste Modell. Denn: Eine Halbierung der Normalarbeitszeit auf 20 Stunden kann sich nur jeder Zehnte vorstellen. Im Mittelfeld liegt die 35-Wochen-Stunde, die von immerhin 23 Prozent der Befragten als Ideal angesehen wird. Knapp jeder Fünfte (18 Prozent) würde an der momentanen Normalarbeitszeit von 40 Stunden pro Woche nicht rütteln.

Was eher überrascht ist, dass sich auch Unternehmensvertreter vermehrt eine 30-Stunden-Woche vorstellen können – wohl aus den Erfahrungen heraus, die mit der Kurzarbeit in den letzten Monaten gemacht wurden. Laut karriere.at liegt die 30-Stunden-Woche die 30-Stunden-Arbeitswoche im Online-Stimmungsbild bei der Mehrheit (60 Prozent) der Unternehmensvertreter an der Spitze, nur 12 Prozent pochen auf die bekannten 40 Stunden.

„Die Corona-Krise hat viele Unternehmen flexibler gemacht“

Wenig Zuspruch bekommen andere Modelle. Die Minimalreduktion der Normalarbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche ist nur für jeden Fünften von Interesse, eine Halbierung auf 20 Stunden finden überhaupt nur 8 Prozent der befragten Unternehmensvertreter ideal. Dazu muss auch gesagt werden: karriere.at hat lediglich 204 Unternehmensvertreter befragt, was nicht wirklich repräsentativ für Österreich ist. Ein Indiz, dass die 30-Stunden-Woche in den Chefetagen auf gar nicht so viel Widerstand stoßen würde, ist es dennoch.

„Die Corona-Krise hat viele Unternehmen flexibler gemacht – gewollt oder ungewollt. Dieses Stück gewonnene Freiheit sollte auch Arbeitsort und -zeit betreffend genutzt werden, um den Mitarbeitern entgegenzukommen. Ob das Vertrauensarbeitszeit, eine sechste Urlaubswoche oder eine 35-Stunden-Woche ist, müssen Unternehmen natürlich individuell abwägen“, sagt Thomas Olbrich, Chief Culture Officer von karriere.at. „Dass Mitarbeiter sich eine kürzere Arbeitswoche wünschen, heißt im Übrigen absolut nicht, dass sie arbeitsscheu sind. Im Gegenteil: Viele wollen neben ihrem ,Hauptberuf‘ noch andere Jobs, selbstständige Projekte oder Ehrenamtliches unterbringen – das sehen wir auch bei unseren Mitarbeitern.“

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