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Valanx: Millionen-Finanzspritze für österreichisches Biotech-Startup

v.l.n.r.: Alexander Schwartz (IST Cube), Markus Wanko (IST Cube), Michael Lukesch (VALANX), Doris Agneter (tecnet) und Christian Laurer (tecnet). © Michael Beck
v.l.n.r.: Alexander Schwartz (IST Cube), Markus Wanko (IST Cube), Michael Lukesch (VALANX), Doris Agneter (tecnet) und Christian Laurer (tecnet). © Michael Beck

Am Ende geht es darum, effizienter, günstiger und schneller Impfstoffe zu entwickeln. Zwar wird das niederösterreichische Startup Valanx Biotech bei der Entwicklung eines Coronavirus-Mittels noch nicht mitmischen können – aber Investoren und Fördergeber setzen große Stücke auf das 2017 von Forscher Michael Lukesch gegründete Startup. Denn ganz banal gesagt: Valanx Biotech hat ein neues, patentiertes Verfahren entwickelt, mit dem man Proteine dressieren kann.

“Wir haben den Proof of Concept, jetzt geht es darum, den Prozess zu optimieren”, sagt Lukesch im Gespräch mit Trending Topics. Er hat während seines Doktorat eine chemische Verbindung entdeckt, die dann zum Patent angemeldet wurde. Denn diese chemische Verbindung kann genau bestimmen, welche und wie viele Wirkstoffe an Antikörper (also Proteine) andocken können. Das wiederum ist essenziell dafür, präzise Medikamente entwickeln zu können. Für Pharmakonzerne kann so eine Lösung viele Kosten bei der teuren Entwicklung etwa von Impfstoffen bedeuten.

Investoren und FFG

Um diese Technologie-Plattform für genau definierte Protein-Wirkstoffkonjugate sowie Peptidkonjugate schnell auf den Markt bringen zu können, haben Investoren und die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) insgesamt nun deutlich mehr als eine Million Euro springen lassen. Ein Syndikat bestehend aus IST cube, tecnet equity und SOSV aus den hat einen sechsstelligen Betrag für eine Seed-Beteiligung gestellt, dazu kommt eine Förderungsfinanzierung durch die FFG in Höhe eines siebenstelligen Betrags.

„Mit unserer Technologie werden wir Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen unterstützen, Proteinwirkstoffe rascher und zuverlässiger herzustellen“, sagt Lukesch. „Durch unseren Prozess werden Proteinkonjugate in ihrer molekularen Zusammensetzung genau definiert, was in der Produktion und auch in der Wirkstoffsicherheit einen signifikanten Vorteil bietet. Viele Impfstoffe sind Proteinkonjugate. Die jüngsten pandemischen Ereignisse zeigen zweifellos das außerordentliche Potential unseres Zugangs auf.“

Krise könnte Interesse steigern

Das frische Kapital wird Valanx Biotech einerseits in den Ausbau des Teams und andererseits in Equipment stecken, um das Verfahren weiter zu optimieren. „Mit unserem Investment unterstützen wir das hohe Potenzial der VALANX-Technologie und das starke Team unter der Leitung von Michael Lukesch. Gerade jetzt zeigt sich, dass wissenschaftsbasierte Startups dringend benötigte Lösungen bieten. IST Cube setzt seine Arbeit mit Startups auch in der Krise mit vollem Engagement fort“, heißt es seitens Lead-Investor IST Cube. Erst vergangene Woche wurde ein weiteres Investment seitens IST Cube bekannt – investiert wurde in G.​ST Antivirals (Trending Topics berichtete).

Ziel von Valanx Biotech ist nun auch, Kontakte zu Industriepartnern auszubauen. Denn das Geschäftsmodell sieht vor, dass große Pharma- und Biotech-Unternehmen das Verfahren der Niederösterreicher lizensieren und demnach Gebühren für die Nutzung zahlen. In Zeiten von Corona stehen die Chancen gut, dass sich solche Unternehmen für eine Methode interessieren, die die Entwicklung von Impfstoffen (ein Milliarden-Business) beschleunigen kann.

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