USound: Die Pläne des Startups mit den Mini-Lautsprechern

Andrea Rusconi-Clerici, Mitgründer von USound, erklärt im Studio-Interview, wie seine Firma mit 30 Mio. Dollar im Rücken eine neue Audio-Technologie in kabellose Kopfhörer, Wearables und Smartphones bringen wird.

Gepostet von TrendingTopics.at am Dienstag, 28. Mai 2019
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„Österreich ist im Moment ein sehr guter Ort in Europa, um Hightech zu machen“

Zwei italienische Gründer, ein Österreicher und fast 27 Mio. Euro: Mit USound wächst hierzulande eine Hightech-Firma heran, die am internationalen Markt für Unterhaltungselektronik eine disruptive Rolle spielen will. Mit sehr kleinen und Strom sparenden MEMS-Lautsprechern wollen die Gründer Jörg Schönbacher, Andrea Rusconi-Clerici und Ferruccio Bottoni eine neuartige Bauweise für Speaker etablieren – und zwar nicht nur in kabellosen Kopfhörern, sondern auch in Smartphones, Tablets und sogar Flat-TVs.

Mit Büros in Wien, Graz, San Francisco, Shanghai und Shenzhen ist das 2014 gegründete Unternehmen mit mehr als 60 Mitarbeitern und 150 eingereichten Patenten mittlerweile global aufgestellt. China ist ein Schlüsselmarkt. „Wir haben dort aktuell unsere wichtigsten Kunden. Dort eine Präsenz zu haben, ist ein Muss“, sagt Mitgründer Andrea Rusconi-Clerici zu Trending Topics. „Der chinesische Markt ist sehr bedeutend geworden, und insbesondere die Konkurrenz dort ist in Sachen Consumer Electronics sehr schnell geworden. Wir haben dort Kunden, die bereit sind, sehr schnell unsere Technologie anzuwenden.“

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In Österreich gebaut, nach China exportiert

6,7 mal 4,7 mal 1,6 mm klein sind die MEMS-Lautsprecher, die USound herstellt. „Unsere Lautsprecher werden in Österreich gebaut, mit Zulieferern aus Deutschland und Italien“, sagt der USound-CEO. Denn diesmal ist es anders herum: Produziert wird in Europa, und zwar bei den Unternehmen Flex (u.a. in Althofen), STMicroelectronics (u.a. in Mailand-Agrate) und AT&S (u.a. in Leoben). Von dort wird nach China zu geliefert – etwa an den Hersteller 3nod Acousticlink aus Shenzhen. „Österreich ist im Moment ein sehr guter Ort in Europa, um Hightech zu machen“, sagt Rusconi-Clerici. Und will zeigen, dass eine europäische Firma im aktuellen Hightech-Wettrüsten zwischen den USA und China durchaus Chancen hat.

Die Keimzelle von USound liegt in der Firma SensorDynamics. Diese wurde 2003 gegründet, stellte Sensoren für die Autoindustrie- und den Konsumgütermarkt her und wurde 2011 um 164 Millionen US-Dollar am Maxim Ingetrated im silicon Valley verkauft. „Wir kommen alle drei von einer anderen Firma namens SensorDynamics, die in Graz den Hauptstandort hatte“, sagt Rusconi-Clerici über das Gründer-Team. Auch Herbert Gartner, der mit der Investmentfirma eQventure die erwähnten 27 Millionen Euro investierte, kennen die Founder aus dieser Zeit.

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„Das Ökosystem hier ist sehr gut“

Theoretisch hätte das USound-Team auch einen anderen Standort wählen können. „Doch Österreich ist eine sehr gute Lösung für uns gewesen. Das Ökosystem hier ist sehr gut, wir haben Unterstützung von Privatinvestoren und durch staatliche Förderungen, die sehr gut funktionieren“, sagt Rusconi-Clerici. In Österreich sei es etwa leichter als in seiner Heimat Italien. „Europa ist nicht die USA, wir haben hier nicht die großen VCs. Aber es wird, es entwickelt sich.“

Pro Jahr sollen künftig mehrere Millionen Stück der MEMS-Lautsprecher vom Band laufen. 2019 kommt eine neue Version für ausgewählte Kunden auf den Markt. Sie verspricht 12 Stunden Akkulaufzeit bei kabellosen Kopfhörern. Und: Es steht Marktgerüchten mittlerweile im Raum, dass USound nicht nur Zulieferer für Elektronikmarken sein will, sondern eigene Hardware produzieren und verkaufen wird. Rusconi-Clerici hält sich noch etwas bedeckt: „Das ist durchaus möglich. Wir haben uns in der ersten Phase auf die Technologieentwicklung fokussiert, und wir werden sehen, was die Zukunft bringt.“

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