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Finanzierungsrunde

eQventure investiert satte 17,7 Millionen Euro in Mikro-Lautsprecher-Startup USound

USound-Lautsprecher auf Fingerkuppe. © USound
USound-Lautsprecher auf Fingerkuppe. © USound

So genannte MEMS-Speaker, die in In-Ear-Kopfhörer, Wearables wie VR-Brillen oder Smartphones verbaut werden können: Mit dieser Technologie ist die Grazer Firma USound auf dem Weg, die Welt der Unterhaltungselektronik zu erobern. Und hat dafür jetzt eine ordentliche Finanzierungsrunde gemacht: Es sind satte 17,7 Millionen Euro (20 Mio. US-Dollar), die die Grazer Investment-Firma eQventure rund um Business Angel Herbert Gartner investiert hat. eQventure hält nunmehr 66,5 Prozent, die drei Gründer Jörg Schönbacher, Andrea Rusconi-Clerici und Ferruccio Bottoni halten die restlichen Anteile der Firma.

Die Mini-Lautsprecher von USound bieten Hardware-Produzenten einige Vorteile. Sie sind nur  6,7 x 4,7 x 1,6 mm groß, bieten aber eine ähnliche Sound-Qualität wie andere Speaker und verbrauchen dabei weniger Strom. Bereits Anfang 2017 hat das Startup in einer Finanzierungsrunde 12 Millionen Euro erhalten, 2016 wurde der Unternehmenswert bereits auf 27 Millionen Euro taxiert. Damit könnte der Unternehmenswert mittlerweile im hohen zweistelligen oder gar dreistelligen Millionenbereich liegen.

Die Gründer von USound: Jörg Schönbacher, Andrea Rusconi-Clerici und Ferruccio Bottoni. © USound
Die Gründer von USound: Jörg Schönbacher, Andrea Rusconi-Clerici und Ferruccio Bottoni. © USound

Hermann Hauser zieht in der Runde mit

Hinter eQventure von Herbert Gartner haben sich eine ganze Reihe an Unternehmern versammelt, die über die Grazer Firma in Technologie-Unternehmen und Startups investieren. Die meisten wollen nicht genannt werden, doch ein großer Name, der auch bei der aktuellen Runde von USound mit dabei ist, ist bekannt: Hermann Hauser. Der ARM-Mitgründer und I.E.C.T.-Initiator investiert seit geraumer Zeit in österreichische Firmen und gilt als eine jener Persönlichkeiten, die Cambridge in Großbritannien zu einem der Hotspots für Tech-Startups in UK machte (Trending Topics berichtete).

+++ USound: Grazer Mini-Lautsprecher gehen jetzt in Massenproduktion +++

Die Erwartungen an USound sind jedenfalls groß: So rechnet Herbert Gartner von eQventure damit, dass die „ganz großen Namen“ der Unterhaltungselekronik-Branche die MEMS-Lautsprecher einsetzen werden. Bereits seit 2014 arbeitet die Firma mit heute rund 60 Mitarbeitern in Graz, Wien, San Francisco und Shenzhen an der Technologie, dieses Jahr ist die Massenproduktion angelaufen. Und es gibt einen ersten Großkunden: Der chinesische Hersteller 3nod Acousticlink aus Shenzhen hat einen millionenschweren Auftrag aufgegeben und will die MEMS-Speaker in Kopfhörer verbauen.

Kopfhörer mit USound-Speaker. © USound
Kopfhörer mit USound-Speaker. © USound

„LED der Akustik“: Wie die Technologie funktioniert

MEMS steht für „Micro Electro Mechanical Systems“ und unterscheidet technisch sich von herkömmlichen elektrodynamischen Lautsprechern, die mit Spulen arbeiten, die sich wiederum in Magnetfeldern bewegen. Die MEMS-Lautsprecher hingegen klingen durch die Verwendung mehrerer Ausleger, mit denen eine Übersetzungsbewegung erzeugt wird. Das wiederum bringt die Luft zur Erzeugung von Schall. „Die LED der Akustik“ nennt Gartner die Technologie und hofft, dass sie künftig in vielen verschiedenen Geräten verbaut wird.

Produziert werden die Lautsprecher mittlerweile in Millionen Stückzahlen, und zwar bei den Unternehmen Flex (u.a. in Althofen), STMicroelectronics (u.a. in Mailand-Agrate) und AT&S (u.a. in Leoben). USound ist außerdem kürzlich mit dem „European Technology Innovation Award 2018“ ausgezeichnet worden, der jedes Jahr vom Unternehmensberater Frost & Sullivan verliehen wird.

Ganz schön klein: Der Mikrolautsprecher von USound - ganz links - im Größenvergleich mit herkömmlichen Lautsprechern in der Mitte. © USound
Ganz schön klein: Der Mikrolautsprecher von USound – ganz links – im Größenvergleich mit herkömmlichen Lautsprechern und einer Euro-Münze. © USound

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