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USA: Testlauf für Bedingungsloses Grundeinkommen zeigt positive Effekte

© SEED
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SEED, kurz für „Stockton Economic Empowerment Demonstration“, ist vielen Lesern sicher schon bekannt: Es ist jenes Programm in der für ihre hohe Arbeitslosigkeit berüchtigten Kleinstadt in Kalifornien, bei dem eine Form des Bedingungslosen Grundeinkommens getestet wurde. Gestartet im Februar 2019 vom ehemaligen Bürgermeister Michael Tubbs, haben über SEED 125 Stocktoner jeweils 500 Dollar pro Monat für zwei Jahre lang erhalten. Ursprünglich waren 18 Monate geplant, wegen der Corona-Krise wurde auf 24 Monate verlängert.

Nun liegen die ersten, vorläufigen Ergebnisse des Programms vor, die für das erste Jahr (also Februar 2019 bis Februar 2020) erhoben wurden. Eines der wesentlichsten Ergebnisse: SEED könnte dafür gesorgt haben, dass nun mehr Menschen, die das Geld (via aufgeladener Debit-Karte) bekommen haben, nun wieder einer regelmäßigen Arbeit nachgehen. Im Februar 2019 hatten 28 Prozent der Empfänger eine Vollzeitbeschäftigung, ein Jahr später waren 40 Prozent der Empfänger in Vollzeitarbeit.

500 Dollar/Monat einfach so: Eine US-Stadt testet das Grundeinkommen

Unterstützung für fixe Jobs

„Das bedingungsloses Geld ermöglichte den Empfängern, eine Vollzeitbeschäftigung zu finden“, heißt es seitens der Forscher. Und weiter: „Die Empfänger von garantiertem Einkommen waren gesünder, zeigten weniger Depressionen und Ängste und verbesserten ihr Wohlbefinden. Das garantierte Einkommen milderte finanzielle Knappheit und schuf neue Möglichkeiten für Selbstbestimmung.“ Damit werden vorerst einmal Kritiker widerlegt, die meinten, dass das Geld zum Nicht-Arbeiten einlade.

Laut Studie wurden die monatlichen 500 Dollar zu fast 37 Prozent für Nahrungsmittel, zu 22 Prozent für Produkte wie für Haushaltswaren, Kleidung, Schuhe etc. zu 11 Prozent für Versorgungsleistungen und zu 10 Prozent für Kosten rund ums Auto ausgegeben. Weniger als 1 Prozent wurde für Alkohol und/oder Tabak ausgegeben, wird in der Studie auch festgehalten.

„Das letzte Jahr hat uns gezeigt, dass viel zu viele Menschen am finanziellen Abgrund lebten und durch COVID-19 darüber gestoßen wurden“, so der ehemalige Bürgermeister von Stockton, Michael Tubbs, in einer Erklärung. „SEED gab den Menschen die Würde, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, die Möglichkeit, ihr Potenzial auszuschöpfen, und verbesserte die wirtschaftliche Stabilität in den Turbulenzen der Pandemie.“

500 Dollar sind zu wenig

Durchgeführt wurde die Untersuchung zu den Effekten von SEED durch Teams von Dr. Stacia West von der University of Tennessee sowie von Dr. Amy Castro Baker von der University of Pennsylvania. Ein wenig überraschendes Ergebnis halten sie auch fest: „Wir haben festgestellt, dass die 500 Dollar die
Mietzahlungen, die Kinderbetreuung und die medizinische Versorgung für die Empfänger erträglicher machten, aber es war nicht nicht annähernd genug, um die exorbitanten Kosten für diese Notwendigkeiten zu decken.“

 

USA: Pilotprogramm für Bedingungsloses Grundeinkommen wird wegen Krise verlängert

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