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UNIspotter: Wiener EduTech-Startup geht nach London zum Accelerator Emerge

Das UNIspotter-Trio Christoph Trost, Verena Mai und Roger Kerse. © UNIspotter
Das UNIspotter-Trio Christoph Trost, Verena Mai und Roger Kerse. © UNIspotter

Es ist ein außergewöhnlicher Schritt für ein österreichisches Startup: Die Jungfirma UNIspotter der Gründer Christoph Trost, Verena Mai und Roger Kerse ist als eines von sieben Projekten in den Londoner Accelerator Emerge aufgenommen worden. UNIspotter, bis dato in Wien ansässig, will dort seinen neuen Fokus auf den indischen Bildungsmarkt weiterentwickeln und das Business-Modell erneuern.

Emerge investiert dabei 50.000 britische Pfund (ca. 55.400 Euro) in das Startup, das seinerseits eine Teilnahmegebühr von 10.000 Pfund (ca. 11.000 Euro) für das dreimonatige Programm entrichtet. Der Accelerator nimmt in der Regel zwischen 3 und 8 Prozent Anteile an den Startups, die teilnehmen. Emerge ist dezidiert auf Startups im EduTech-Bereich spezialisiert, zur Mentorengruppe zählen etwa der Österreicher Bernhard Niesner (CEO von Busuu) oder der Deutsche Jan Reichelt. Letzterer hat Mendeley gegründet und 2013 um eine hohe zweistellige Millionensumme an den Wissenschaftsverlag Elsevier verkauft.

„Wir haben uns schon seit Beginn in ganz Europa nach Acceleratoren umgeschaut“, sagt UNIspotter-Mitgründer Trost zu Trending Topics. Seine Firma bietet angehenden Studenten eine App an, mit deren Hilfe sie die für sie optimale Ausbildungsstätte finden können sollen. Im Bewerbungsprozess wurde das Team aus einem Pool aus 16 Finalisten für den neuesten Batch ausgewählt. „Die haben uns als sehr motiviertes Team gesehen, aber auch, dass es noch einige Fragezeichen gibt“, sagt Trost.

Neuer Zielmarkt, neues Geschäftsmodell

Die Fragezeichen, die im Stadtteil Hackney jetzt bearbeitet werden, sind zum einen das Geschäftsmodell, zum anderen die Ausrichtung. „Wir fokussieren uns weiter stark auf Indien. Wir positionieren uns jetzt gerade als transparente und vertrauenswürdige Mobile-Plattform, auf der Studenten alle Informationen bekommen“, sagt Trost. Der Plan ist, indische Studenten an Universitäten in UK, Deutschland und USA zu vermitteln. Aktuell würden dort vor allem Agenten die Vermittlung übernehmen und dafür von den Unis kassieren. „Diese Agenten haben einen selten transparenten Service und schlagen oft die Uni vor, bei der sie die beste Provision bekommen“, so Trost.

An diese Vermittlungsgebühren will jetzt UNIspotter heran. Bisher hat man die rund 140 gelisteten Partneruniversitäten dafür zahlen lassen, wenn sie den in der App registrierten Studenten Direktnachrichten senden wollten. Künftig will man den gesamten Vermittlungsprozess abbilden können. UNIspotter wurde 2016 gegründet und hat im selben Jahr eine erste Finanzierung von 200.000 Euro erhalten (Trending Topics berichtete).

Accelerators im Ausland

UNIspotter ist eines von mehreren österreichischen Startups, das den Schritt ins Ausland wählt. Die Linzer Firma Usersnap etwa wurde dieses Jahr in den Salesforce-Inkubator für Künstliche Intelligenz in San Francisco aufgenommen, Bitmovin nahm 2015 am renommierten Startup-Programm Y Combinator in San Francisco teil.

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