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Umstrittene Big-Data-Firma Palantir will an die Börse gehen

Alex Karp, CEO von Palantir. © Palantir
Alex Karp, CEO von Palantir. © Palantir

Eine der Schlüsselfirmen der digitalen Überwachungsindustrie will sich an der Börse listen lassen: Palantir aus dem Silicon Valley hat die nötigen S-1-Formulare bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, um den Prozess in die Wege zu leiten. Bereits vor mehreren Wochen sind entsprechende Marktgerüchte aufgekommen. Denn damals das 2004 gegründete Unternehmen mit einer Form D bei der SEC angekündigt, knapp eine Milliarde Dollar aufnehmen zu wollen.

Wann und zu welchen Bedingungen der Börsengang stattfinden soll, das hat Palantir bisweilen noch nicht verraten. Das Börsen-Listing verläuft etwas anders als ein klassischer IPO und erlaubt es dem Unternehmen, Aktien öffentlich handelbar zu machen, ohne sich dem kompletten Prozedere eines Initial Public Offerings unterwerfen zu müssen. Davon haben in der jüngeren Vergangenheit etwa auch Spotify, Slack oder Uber Gebrauch gemacht.

Die Bewertung von Palantir soll Expertenschätzungen zufolge bei etwa 26 Milliarden Dollar liegen. Damit würde das Unternehmen in einer Gewichtsklasse mit Twitter (derzeit etwa 25 Mrd. Dollar Börsenwert) liegen.

Big Data zwischen Gut und Böse

Das passt bei Palantir ins Bild. Rund um das Unternehmen, das für seine Big-Data-Dienste etwa CIA, FBI, NSA, US Navy, Pentagon oder das Department of Homeland Security (DHS) zu seinen Kunden zählt, lässt die Öffentlichkeit kaum an sich heran. Die Firma soll etwa dabei geholfen haben, den Aufenthaltsort von Osama bin Laden kurz vor seiner Tötung ermittelt zu haben, und sie hilft der Immigration and Customs Enforcement (ICE) dabei, Analysen über Einwanderer zu machen.

Während der Corona-Krise ist Palantir, das von Facebook-Investor und Trump-Unterstützer Peter Thiel mitgegründet wurde, ebenfalls aktiv geworden und hat Regierungen Software zur Überwachung der Pandemie angeboten (Trending Topics berichtete). Österreich hat abgelehnt, die britische NHS (National Health Service) hat sich für den Einsatz entschieden. Mit geringem Erfolg: Großbritannien ist in Europa das am stärksten vom Virus getroffene Land – da half auch Big Data nichts (mehr dazu hier).

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