Mobility

UberAir: Ab 2023 sollen uns Flugtaxis von A nach B bringen – und es soll für jeden leistbar werden

Laien sagen Flug-Taxi dazu, Experten nennen es lieber eVTOL: So genannte „electric Vertical Takeoff and Landing“-Vehikel sollen uns einmal durch die Luft von A nach B befördern. So zumindest der Plan von Uber. Die US-Firma, die weltweit in der Kritik steht, will ab 2023 in zwei US-Städten (Los Angeles und Dallas) „UberAir“ anbieten – also Lufttaxis, die die Nutzer zwischen Landeplätzen befördern und dazu auch noch mit elektrischen Motoren angetrieben werden.

Während sich Uber etwa in Wien noch mit Taxibetreibern streitet, ob man überhaupt auf der Straße fahren darf, plant man bereits die Eroberung des Luftraums. Das Konzept von UberAir sieht Fluggeräte vor, die vier Sitzplätze für Fluggäste sowie einen für einen Piloten bieten – auch wenn natürlich geplant ist, dass der Pilot einmal von einem Autopiloten ersetzt wird.

320 km/h schnell, 100 km Reichweite

Preislich will man die Flüge in der Kategorie des Premium-Dienste UberBlack anbieten. Später soll UberAir nicht viel mehr als eine durchschnittliche Uber-Fahrt kosten. Schmackhaft machen will man dem Konsumenten die Sache auch, indem man die Umgehung von Staus auf den Straßen dank den Drohnen-ähnlichen Fluggeräten verspricht. Mit der NASA arbeitet man an Konzepten, wie der  – dann vermutlich intensivierte – Flugverkehr über Städten dann geregelt werden kann und wie Zusammenstöße in der Luft verhindert werden können.

Laut Uber soll das Konzept, das heute im Rahmen der Elevate-Konferenz vorgelegt wurde, wird, bis zu 320 km/h (200 mph) schnell sein können, in bis zu 600 Meter Höhe fliegen und eine Reichweite von rund 100 Kilometer pro Akkuladung haben. Die US-Firma, die sich stets als Vermittler sieht, will die Fluggeräte aber nicht selbst produzieren, sondern gibt der Industrie ein „Common Reference Model“ vor, das als Grundlage dienen soll. Uber arbeitet eigenen Angaben zufolge diesbezüglich mit Flugzeugbauer Embraer und Aurora Flight Sciences, einer Boeing-Tochter, zusammen.

Immer mehr Flugtaxis in der Luft

Airbus, der große Konkurrent von Boeing, hat mit „Vahana“ bereits ein elektrisches Lufttaxi im Test, das ebenfalls als Senkrechtstarter konzipiert ist und sich dadurch auch für dicht bewohnte Umgebungen ohne lange Start- bzw. Landebahn eignet. Auch Airbus will das Lufttaxi künftig autonom betreiben, es soll also ohne Piloten auskommen. Pläne für einen kommerziellen Start gibt es noch nicht.

Das deutsche Unternehmen e-volo hat unterdessen mit „Volocopter“ ein Hubschrauber-ähnliches Fluggerät entwickelt und 2017 bereits in Dubai getestet. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate hat bereits Pläne gefasst, dass bis 2030 rund ein Viertel des Personentransports mit autonomen Fahrzeugen am Boden und in der Luft abgewickelt werden soll. Der deutsche Volocopter, an dem auch der Autokonzern Daimler beteiligt ist, soll dabei eine tragende Rolle spielen.

Ebenfalls aus Deutschland kommt das Startup Lilium, das an einem elektrisch betriebenen Mini-Jet arbeitet, der senkrecht starten und landen kann. Dieser soll 300 Kilometer Reichweite haben und 300 km/h schaffen. Den Jungfernflug hat der Fünfsitzer bereits 2017 absolviert. Mittlerweile haben Risikokapitalgeber rund 100 Millionen Dollar in das Münchner Startup gepumpt. Auch Lilium will seine Fluggeräte als Taxis betreiben.

Viele Zweifel

Kritiker zweifeln allerdings an, ob diese vielen Pläne von Unternehmen in punkto autonomer Flugtaxis auch realistisch sind. Das fängt bei der Batterietechnologie an (man braucht möglichst leichte und gleichzeitig sehr leistungsstarke Akkus), geht über nicht vorhandene Regulierungen für den Luftraum insbesondere über Städten und endet bei Zweifeln, dass diese Art des Transports wohl nie so günstig werden wird kann, um für jeden leistbar zu sein. Gut möglich also, dass autonome FLugtaxis ein Vehikel für die Reichen werden, während sich Otto Normalverbraucher weiter am Boden durch den Straßenverkehr quält.

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