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Uber zieht mit Kampfpreisen in seinen – vielleicht letzten – Wiener Herbst

© Uber
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Seit Jahren unter Beschuss, kämpft der Fahrtenvermittler Uber in Wien offenkundig um Kundschaft. In einer E-Mail an seine Nutzer hat die US-Firma, die seit mehreren Jahren in Wien tätig ist, nun über ordentliche Preisreduktionen und Rabatte informiert. „Wir führen ein neues Preissystem im Wiener Zentrum und den Vororten ein, damit du noch günstiger und verlässlicher an dein Ziel gelangst“, heißt es in dem Schreiben.

Für Fahrten im Zentrum Wiens soll der Mindestpreis um etwa 20 Prozent reduziert werden. „Eine Fahrt vom Naschmarkt zum Naturhistorischen Museum kostet künftig nur noch 4 anstatt 5 Euro. Auch in den Vororten kannst Du nun günstiger unterwegs sein: Eine Fahrt von Schloss Schönbrunn zum Rathaus kostet nur noch 10,60 statt 13 Euro“, heißt es seitens Uber. Diese Preise sind allerdings als Richtwerte zu verstehen. Denn beim so genannten – und oft kritisierten – „Surge Pricing“ können die Gebühren ordentlich in die Höhe schießen, wenn gerade viel Nachfrage besteht. In der anstehenden Vorweihnachtszeit mit vielen Abendveranstaltungen und Firmenfeiern ist damit vor allem abends und nachts zu rechnen.

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Rabatte noch obendrauf

Die Kunden werden von Uber außerdem mit einem Rabatt-Code versorgt, der in Wien bis zum 14. November gilt. Wer ihn eingibt, bekommt 5 Euro Rabatt auf seine nächsten zehn Fahrten. Insgesamt kann man in den nächsten Wochen also deutlich günstiger als bisher mit den Mietwagenfirmen fahren. Für die Mietwagenfahrer bedeutet das unterm Strich aber auch, dass sie möglicherweise weniger verdienen. Als Nutzer sollte man sich dessen bewusst sein und die Trinkgeld-Funktion in der App verwenden.

Möglicherweise ist es der letzte Herbst, in dem Uber solche Senkungen des Mindestpreises und satte Rabatte anbieten kann. Denn wie berichtet soll am 1. September 2020 ein neues Gelegenheitsverkehrgesetz in Kraft treten, bei dem sich Mietwagenfahrer (also die Partner von Uber) an jene Tarife halten müssen, die auch für Taxis gelten. Dann wäre es nicht mehr möglich, Kunden mit günstigen Fahrten zu locken. Für das Grundentgelt (in Wien derzeit 3,80 Euro bzw. 4,20 Euro) dürfen die Landeshauptleute künftig auch eine Preisspanne festgelegt werden. Preisnachlässe jeglicher Art sind Fahrdienstanbietern allerdings bundesweit verboten.

Uber Österreich hat im Zuge des Gesetzesbeschlusses bereits in den Raum gestellt, das Land im äußersten Fall wieder zu verlassen. Spannend wird, ob das Gesetz in der vorliegenden Form kommen wird. Denn vor kurzem sind rund 30 Mietwagenunternehmer mit einer Individualbeschwerde vor den Verfassungsgerichtshof gezogen, um das kommende Gesetz doch noch zu Fall zu bringen.

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Möglich ist auch, dass Uber die erstarkende Konkurrenz zu spüren bekommt. So sind in Wien auch die Anbieter Bolt (vormals Taxify), FreeNow (Ex-myTaxi) oder Holmi aus Vorarlberg unterwegs und buhlen um Kundschaft. Auch traditionelle Taxifirmen sind nachgezogen und bieten mittlerweile Apps an, mit denen man Fahrten buchen und bezahlen kann.

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