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Alle gegen Uber: Ein neues Gesetz mischt den Markt für Taxi-Apps auf

© Bolt.eu
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Eine geplante Gesetzesänderung, die bereits morgen, 3. Juli, von ÖVPSPÖ und FPÖ beschlossen werden soll, hat bereits im Vorfeld eine wahre Flut an Gesetzesänderungen zur Folge. Im Kern geht es darum, mit welchen Apps und zu welchen Preisen Österreicher künftig ihr Taxi bzw. ihren Mietwagen bestellen können. Denn ein neues Gelegenheitsverkehrs-Gesetz könnte Uber, das bisher mit Mietwagen operiert hat, den Garaus machen. Der Verkehrsausschuss hat die Gesetzesnovelle bereits im Juni abgenickt.

+++ Taxis vs. Uber: Am Ende geht es um den Preis +++

Weil künftig ein Fixpreis einzuhalten ist und Fahrer von Mietwagen genauso wie Taxifahrer eine Prüfung ablegen müssen, hat Uber Austria bereits mit dem Aus in Österreich gedroht. Eine Kampagne soll in letzter Minuten noch Stimmung gegen das geplante Gesetz machen und möglichst viele Konsumenten dazu bringen, für einen Verbleib des Fahrtenvermittlers zu votieren.

Mehr als 40.000 Stimmen wurden online bereits für Uber abgegeben. Eine Gegen-Petition unter dem Hashtag #UBERgoHome gibt es aber auch schon – die wurde bis dato mehr als 10.000 Mal unterzeichnet (Anm.: Wie immer bei Online-Petitionen sollte man abgegebene Stimmen nicht mit Personen gleichsetzen – zur Unterzeichnung reicht eine Mail-Adresse).

+++ Uber wehrt sich: Online-Petition sammelt Unterstützung der Nutzer +++

myTaxi heißt jetzt Free Now

Die Mitbewerber von Uber haben die Situation ausgenutzt, um auf ihre jeweiligen Dienste aufmerksam zu machen. Allen voran myTaxi, das jetzt Free Now heißt und zu der Mobilitätsfirma der Autohersteller BMWund Daimler gehört. Bei Free Now soll es künftig neben den gewohnten Taxis auch Mietwagen mit lizensierten Fahrern geben. Und natürlich werde man sich an die gesetzlich vorgegebenen Preise halten. Vom Fahrpreis nimmt Free Now 15 Prozent.

„Für uns stellt ein gesetzlich geregelter Preiskorridor, der sowohl Preisdumping als auch Mondpreise verhindert, eine sinnvolle Lösung dar. Damit werden Fahrer und Kunden geschützt und Anbieter haben die Möglichkeit, ihre Preise je nach Service und Leistung zu gestalten“, so Alexander Mönch, General Manager von Free Now in Deutschland und Österreich. Er begrüßt die Novellierung des heimischen Taxi- und Mietwagengewerbes.

© Michael Gruber
© Michael Gruber

+++ Ich hätte da ein paar Ideen für ein besseres Uber-Gesetz +++

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, will Free Now in der App auch noch zusätzliche Mobilitätsdienste anzeigen. Im Laufe des Jahres sollen die E-Scooter von hive (ebenfalls ein Teil des Mobilitäts-Joint-Ventures von BMW und Daimler) ebenfalls in der Free Now-App angezeigt werden. „Auch wenn Taxis weiterhin eine entscheidende Rolle in unserem Angebot spielen werden, glauben wir fest daran, dass wir in Zukunft weitere Mobilitätsoptionen anbieten müssen“, heißt es seitens Free Now-Europa-Chef Eckart Diepenhorst.

Aus Taxify wird Bolt

Der andere Player, der aus der zu erwartenden Uber-Misere Kapital schlagen will, ist das estnische Startup Bolt, das 2013 gegründet wurde und bis vor kurzem in Österreich unter der Marke Taxify bekannt war. „Wir halten uns an geltendes Recht. Wir sind ein flexibler Mobilitäts-Service und passen uns dem österreichischen Markt an. Wir können mit Sicherheit sagen – wir bleiben“, heißt es seitens Christoph Wossala, Pressesprecher von Bolt Österreich.

„Während sich das Taxigeschäft und unsere Mitbewerber mit der Politik für einen Pyrrhussieg in die Schlacht werfen und gegenseitig das Leben schwer machen, konzentrieren wir uns auf das was zählt – den Wienerinnen und Wienern verlässlich den besten Service zu bieten“, so Wossala weiter. Um da gleich mehr Kunden zu locken, bietet Bolt für User, die sich am Mittwoch in der App neu registrieren, eine Freifahrt im Wert von bis zu 20 Euro an.

Auch nicht unspannend: Bei Bolt, das 2013 von Markus Villig gegründete wurde, sind einige Unternehmen investiert, die sich teilweise mit Uber am Markt matchen – etwa Daimler und der chinesische Fahrtenvermittler Didi Chuxing.

Auch Taxifirmen mischen mit

Derweil versucht es die Taxifirma 31300 es mit dem Wiener Schmäh. So wurde die App TAXIPLUS auf Wienerisch übersetzt. „Wir haben die TAXIPLUS-App ins Englische übersetzt und uns gedacht: Wenn schon Weltsprachen, dann auch die Ursprache, so Gerald Grobfeld von TAXI 31300.

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