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„Trotzdem gut aufgestellt“

Uber: Fahrten gingen teilweise um bis zu 70 Prozent zurück

© Uber
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Uber kämpft mit der Coronakrise: Wie heute bekanntgegeben wurde, ging das Fahrgastaufkommen in den am stärksten betroffenen Städten wie Seattle in den letzten Tagen um 60 bis 70 % zurück. Wie CEO Dara Khosrowshahi allerdings meinte, sei das Unternehmen trotzdem „gut aufgestellt“ und würde im schlimmsten Fall auch „einen Rückgangs von 80 % für das Jahr überstehen.“ Offen ist dabei, wie viele Märkte Uber in den nächsten Tagen und Wochen noch schließen muss.

Für den Fall, dass die Zahl der Fahrten für Passagiere zurückgeht, erwägt Uber, sein Netzwerk auch für die Lieferung von Medikamenten oder Grundgütern zu nutzen. „Wir haben bereits Kontakte im Gesundheitssektor, wir haben alle Prozesse, die wir brauchen“, erklärte Khosrowshahi. Er dürfte sich dabei auf Uber Health bezogen haben. Der Dienst ermöglicht es, mit Gesundheitsorganisationen zusammenzuarbeiten, um einen zuverlässigen und komfortablen Transport für Patienten zu gewährleisten. Das Dashboard ermöglicht es Fachleuten im Gesundheitswesen, Fahrten für Patienten zu und von der benötigten Versorgung zu bestellen.

Uber: Finanziell gut aufgestellt

Auch finanziell zeigt man sich gerüstet. Das Unternehmen verfüge über „reichlich Liquidität“, erklärte Khosrowshahi. Uber gab an, dass es per Ende Februar über 10 Milliarden Dollar an frei verfügbaren Barmitteln verfüge. Davon seien 1,5 Milliarden Dollar bis Ende des Jahres für Fusionen und Übernahmen vorgesehen seien. Würden die weltweiten Übernahmen um bis zu 80% zurückgingen (der extreme Grenzfall, der laut Uber nicht zu erwarten ist), würden demnach immer noch vier Milliarden Dollar an unbeschränkten Barmitteln in der Bank verfügbar sein. Auch Kredite würde es noch geben.

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Khosrowshahi: „Das Wichtigste ist, dass wir gut positioniert sind, um diese Krise zu überstehen und noch stärker aus ihr hervor zu gehen. Wir haben reichlich Liquidität. Wir haben eine sehr variable Kostenstruktur, eine globale Präsenz, mehrere Geschäftsbereiche, die uns eine gewisse Vielfalt und Fallstudien dafür liefern, wie schnell sich unsere Geschäfte nach einem solchen Schock wahrscheinlich wieder erholen werden. All dies gibt uns Zuversicht. Sobald die Unternehmen in Bewegung kommen, wird auch Uber in Bewegung kommen“. Die Aktionäre dürfte das überzeugt haben: Die Aktien von Uber sind heute im Handel um etwa 28 Prozent gestiegen.

Umstellung auf andere Fahrten

Darüber hinaus scheint sich das Geschäft vermehrt auf andere Sektoren aufzuteilen: Zwar hat Uber ein Programm zur Unterstützung seiner Fahrer eingeführt, die von dem Virus betroffen sein könnten. Uber hat aber auch die Fahrer, die noch fit sind, ermutigt, mehr Lieferungen für die andere Geschäftsfelder zu erledigen. Das gilt insbesondere für Eats, möglicherweise künftig auch für andere Artikel. „Das ist ein echter Vorteil, den wir in unserem Geschäftsbereich haben, der nicht nur darin besteht, dass wir und damit unsere Fahrer nützlicher sind, weil wir ihnen eine andere Verwendung für die Arbeit geben können, sondern auch darin, dass unser Geschäftsbereich „Eats“ einen sofortigen Zustrom von Leuten hat, die bereit sind zu arbeiten“, meinte Dara Khosrowshahi dazu. Und weiter: „Das also, woran wir wirklich arbeiten, ist die Umstellung auf Eats, denn das Eats-Geschäft wird definitiv für viel besser gehalten.“ Uber hat dafür auch unabhängigen Restaurants die Liefergebühren erlassen.

Teilweise Verbote

Zuletzt stellte Uber in Nordamerika, London und Paris Fahrten, bei denen mehrere Menschen sich eine Strecke teilen, aus. Das soll mögliche Ansteckungen verhindern. Die reguläre Personenbeförderung ist davon nicht betroffen. Weitere Städte dürften folgen.

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