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Uber kauft Essenslieferdienst Postmates um 2,65 Mrd. Dollar

Botenfahrer für Uber Eats. © eggbank on Unsplash
Botenfahrer für Uber Eats. © eggbank on Unsplash

Der Markt für Essenslieferungen wird künftig als Beispiel dafür herhalten, dass die Europäer einmal schneller waren als die US-Amerikaner. Wie wir kürzlich berichtet haben, hat der europäische Marktführer Just Eat Takeaway mit Grubhub einen großen US-Player am Markt für kulinarische Lieferdienste um satte 7,3 Milliarden Dollar aufgekauft.

Ursprünglich wollte Uber Grubhub kaufen, um seinen in der Corona-Krise boomenden Lieferdienst Uber Eats zu stärken. Nun muss sich das gebeutelte Unternehmen mit der Nummer vier am Markt zufrieden geben. Uber wird, so sehr konkrete Marktgerüchte, im Laufe des Montags offiziell bestätigen, dass es den Lieferdienst Postmates um 2,65 Milliarden Dollar übernehmen wird. Das berichten aktuell gut informierte US-Medien.

Vorreiter, der an Boden verlor

Postmates wurde 2011 gegründet und gilt als früher Vorreiter der Branche in den USA. Zum Vergleich: Die Wurzeln von Just Eat Takeaway des niederländischen Gründers Jitse Groen führen ins Jahr 2000 zurück. Postmates hat seit der Gründung rund 900 Millionen Dollar Risikokapital aufgenommen, in der letzten Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen aus San Francisco mit 2,4 Mrd. Dollar bewertet. Für die Investoren ist der Verkauf an Uber also ein interessantes Geschäft.

Die App von Postmates. © Postmates
Die App von Postmates. © Postmates

Postmates gilt in den USA wie gesagt als Vorreiter, hat über die Jahre aber Boden an die Konkurrenz verloren. Gemeinsam mit Uber Eats kommt man in den USA nun auf 37 Prozent Marktanteil, Grubhub auf 17 Prozent, aber der Branchenführer Doordash hat immer noch 45 Prozent.

Zusammen Nummer zwei

Postmates ist vor allem in Los Angeles und im amerikanischen Südwesten stark vertreten und hat eigenen Angaben zufolge mehr als 5.000 Restaurants und Shops in 3.500 Städten gelistet. Uber Eats startete 2014 und hat eigenen Angaben zufolge 400.000 Restaurants in 6.000 Städten weltweit unter Vertrag.

Ubers Kerngeschäft, also die Vermittlung von Fahrten, wurde durch die Corona-Krise und die Lockdowns schwer getroffen. Im ersten Quartal 2020 machte das börsennotierte Unternehmen einen Verlust von 2,9 Milliarden Dollar – einzig die wachsende Nachfrage nach Uber Eats waren ein Lichtblick. Durch den Zukauf von Postmates (bezahlt wird in Aktien) will man dieses Geschäft stärken.

Die beiden Unternehmen sollen schon vor vier Jahren begonnen haben, über einen Zusammenschluss zu verhandeln. Zwischenzeitlich begann Postmates auch die Arbeit am eigenen Börsengang, der aber nie stattfand. Die Corona-Krise beschleunigte dann die Entscheidung, sich von Uber kaufen zu lassen.

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