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Typewise: Innovative virtuelle Tastatur soll Tippfehler minimieren und Daten schützen

David Eberle und Janis Berneker haben Typewise gegründet. © Typewise
David Eberle und Janis Berneker haben Typewise gegründet. © Typewise

„Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die Art und Weise, wie wir tippen, nicht geändert, obwohl wir mittlerweile mit zwei Daumen und nicht mehr mit zehn Fingern schreiben“, sagt David Eberle, gemeinsam mit Janis Berneker Gründer der Schweizer Softwareschmiede Typewise AG. Ihre Idee: Eine neuartige virtuelle Tastatur für Smartphones und Tablets, die die Fehleranzahl beim Tippen minimieren und die Sicherheitsstandards maximieren soll.

Das virtuelle Keyboard hört auf den gleichen Namen und ist in den Stores von Apple und Android entsprechend unter „Typewise“ gelistet. Wo liegt das Problem bei den herkömmlichen virtuellen Tastaturen? „Wenn das Tippen angenehm wäre, wäre es auch kein Problem, wie früher zu tippen“, sagt Eberle. „Das ist es aber nicht. Eines von fünf Wörtern beinhaltet trotz der Autokorrektur Tippfehler und ist somit eine Geduldsprobe. Mit Typewise wollten wir eine Tastatur schaffen, die perfekt versteht, was der Nutzer gerade tippen möchte“.

Typewise: Ungewöhnliches Layout

Typewise setzt dementsprechend auf tiefgreifende Neuerungen – vom Layout bis hin zur KI, die das Tippen erleichtern soll. David Eberle erklärt die Besonderheiten: „Als erstes bemerkt der Nutzer wohl das hexagonale Layout. Dadurch, dass die Tasten möglichst rund sind, entspricht ihre Form unserem Fingerabdruck. Dies erhöht die Treffsicherheit und reduziert Fehler. Mittels Einführungs-Tutorial lernt der Nutzer auch drei Gesten: nach oben Wischen zum Großschreiben, nach links zum Löschen, nach rechts zum Wiederherstellen“.

Unter der Haube verberge sich zudem eine KI, die Autokorrekturen und Wortvorschläge durchführen kann. „Diese entwickeln wir zusammen mit der ETH Zürich, unterstützt durch die Bundesagentur für Innovation in der Schweiz. Bald erscheint eine neue Version, welche die Algorithmen der großen Hersteller übertreffen wird“, erzählt Eberle.

Verschiedene Varianten verfügbar

Grundsätzlich ist die App ist gratis nutzbar. Premiumfunktionen sind mittels Abo (10 Euro pro Jahr) oder einmaligem Kauf (28 Euro) verfügbar. Eberle: „Damit finanzieren wir die Weiterentwicklung der App. Wie bei vielen Apps üblich, nutzt die Mehrheit die Gratis-Variante“. Power-User würden hingegen oft die Premium-Variante bevorzugen.

Egal, welche Variante es wird: Alle Typewise-Produkte schützen dem CEO zufolge die Privatsphäre des Nutzers: „Wir übertragen keine Tipp-Daten in die Cloud. Die Offline-Variante ist zudem komplett offline, wird also in Zukunft keine Online-Features erhalten. Auf GIFs muss man dafür verzichten, die benötigen zwingend einen Internetzugang. Bei der Schweizer Variante der „Höhle der Löwen“ konnte das Produkt jedenfalls überzeugen: „Das Feedback war sehr gut und wir konnten dort ein Investment sichern. Somit konnten wir eine Finanzierungsrunde von einer Million Euro mit weiteren Investoren kürzlich abschließen“.

Unabhängigkeit als Chance

Vom Erfolg der virtuellen Tastatur sind die Gründer auch darum überzeugt – auch wenn der Markt durchaus gesättigt ist. „Jeder Nutzer hat ein Keyboard, das ist richtig. Die meisten Nutzer leiden allerdings auch darunter. Wir haben die Chance, als unabhängiger Player ein revolutionäres Produkt zu vermarken. Apple und Google würden wohl ziemlichen Aufschrei verursachen, wenn sie ihr Keyboard über Nacht komplett ändern würden. Wir ziehen so erst die Nutzer an, die bereit sind für den Wechsel. So entsteht eine Welle. Und die nächste Generation an Smartphone-Nutzern hat sich auch noch an keine alte Tastatur gewöhnt, und steigt somit ohne Probleme um“, erklärt Eberle den langfristigen Plan.

Tippen per Gedanken

Kurzfristig stehen andere Schritte an: „Wir werden die User Experience weiter verbessern und unsere KI-Algorithmen weiter ausbauen. Dann werden weitere Sprachen hinzukommen, insbesondere die Sprachen mit anderen Alphabeten und Schriften, beispielsweise Chinesisch oder Hindi“. Und träumen ist natürlich auch erlaubt – bei David Eberle gehen die in Richtung Gedankensteuerung: „Die Tastatur ist natürlich erst der Anfang. In mittlerer Zukunft werden wir immer weniger auf Tastaturen tippen und, sobald die entsprechende Hardware massentauglich ist, wird diese “Mensch-Maschinen Interaktion” sogar mittels Gedankenübertragung stattfinden. Auch da wird Typewise den Nutzer unterstützen, einfach und effektiv zu kommunizieren“.

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