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Twitter: Live-Videos sollen dem strauchelnden Kurznachrichten-Dienst wieder auf die Beine helfen

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So mancher tappt bei Twitter noch im Dunkeln. © Jakob Steinschaden
So mancher tappt bei Twitter noch im Dunkeln. © Jakob Steinschaden

Zuschauen statt lesen: Dass die Zukunft von Social Networks „Video“ heißt, ist den CEOs von Facebook, Snapchat und Twitter schon länger klar. Jack Dorsey, Chef des Kurznachrichtendienstes, musste zuletzt eher durchwachsene Quartalszahlen präsentieren und sich eingestehen, dass die Facebook-Tochter Instagram mittlerweile mehr als doppelt so viele monatlich aktive Nutzer zählt wie Twitter (Trending Topics berichtete). Zwar konnte Twitter wieder mehr Wachstum bei den Nutzern vorweisen, schreibt aber nach wie vor rote Zahlen. Zeit also, neue Erlösquellen aufzumachen.

Mit einer neuen Initiative für Live-Videos will man 2017 wieder Boden gutmachen. Dorsey kündigte im Rahmen der „Digital Content NewFronts“-Konferenz an, gleich 16 neue Kooperationen für Live-Streaming gewonnen zu haben. Der Nachrichtendienst Bloomberg wird dabei sogar ein 24-Stunden-Programm über Twitter verbreiten, The Verge, BuzzFeed und das New Yorker Start-up Cheddar (mehr dazu hier) werden mit täglichen bzw. wöchentlichen Shows versuchen, möglichst viele Twitter-Nutzer zu erreichen. Neben Nachrichten stehen außerdem Sport (u.a. „The Player´s Tribune, PGA Tour) und Entertainment (u.a. „Live Nation“, „IMG Fashion“) im Fokus.

Bei Cheddar, ein auf Business- und Tech-News spezialisiertes Livestreaming-Start-up, sieht das zum Beispiel so aus:

Mehr Augenpaare, mehr Werbe-Dollars

Twitter zufolge, dass seit etwa einem halben Jahr auf Live-Videos von Premium-Partnern setzt, seien 2017 rund 800 Stunden Material von mehr als 450 Veranstaltungen gestreamt worden, 45 Millionen Nutzer hätten zugeschaut. Die Zuseher können die Live-Streams mit Tweets kommentieren – Ziel ist dabei, neue User zu bekommen, die sich einen Account zulegen. Gelingt es Twitter, mehr Augenpaare auf seine Web-Dienste zu bekommen, könnte man wieder attraktiver für Werbekunden werden, die rund um die Videos personalisierte Ads schalten. Den Video-Partnern wird versprochen, ebenfalls an Werbeeinnahmen mitschneiden zu können. Derzeit wandert das Gros der Ausgaben für digitale Werbung im Bewegtbildbereich zu YouTube und Facebook.

Bei Facebook haben sich Live-Videos bereits etabliert. Der Social-Media-Gigant hat bereits vor einem Jahr begonnen, Medienhäuser, die Live-Streams für das soziale Netzwerk zu produzieren, dafür zu bezahlen. Erst kürzlich ist man dazu übergegangen, diese Partner (u.a. New York Times, BuzzFeed, Washington Post oder Vox Media) auch für Video-on-Demand-Inhalte zu bezahlen (mehr dazu hier). Auch andere US-Player wie Hulu, Netflix, Amazon oder YouTube pumpen immer mehr Geld in die Produktion von Videoinhalten für ihre eigenen Plattformen.

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