Wisch-App

TubeLike: Das Wiener „Tinder für Musikvideos“ lässt Nutzer Playlists mit dem Swipe-Prinzip anlegen

Die TubeLike-App am iPhone. © TubeLike
Die TubeLike-App am iPhone. © TubeLike

„YouTube ist eigentlich ein perfekter Ersatz für TV, man kann unendlich viele Videos und unter anderem auch Musikclips anschauen. Aber falls man YouTube nur als Musik-Player verwenden will, dann ist die YouTube-App dafür komplett ungeeignet.“ Findet zumindest der Wiener Alin Soare, der die App-Entwicklungs-Agentur Citrus Media betreibt. Als Musikfan hat er dieses Manko zum Anlass genommen, seine eigene App für Musikvideos gemeinsam zwei Developern zu gestalten.

Das Ergebnis: TubeLike. Die prinzipiell kostenlose App (dazu später mehr) fürs iPhone funktioniert nach dem allseits bekannten Tinder-Prinzip und lässt den Nutzer Clips, die ihn interessieren, per Wisch nach rechts in einer eigenen Playlist ablegen. Noch werden dem Nutzer in dem virtuellen Stapel die Videos aus den Charts gezeigt, schon bald aber soll ein Algorithmus dafür sorgen, dass die Inhalte passend zum Musikgeschmack des Users personalisiert werden.

Google gefällt die Idee

Mit der Idee, eine App auf YouTube aufzubauen, ist Soare nicht alleine – die App Stores sind voll mit Apps, die Videos der Google-Tochter auf die eine oder andere Art verwenden. „Es gibt unzählige Apps, die auf YouTube basieren und deren API verwenden, aber keine davon beachtet alle wichtigen Merkmale eines Music Players, wie etwa automatische Wiederholung eines Videos, Shuffle-Mode in Playlists und so weiter“, sagt Soare. „Weiterhin wird bei den meisten Apps auch nicht wirklich viel Wert auf UI/UX gelegt, was wir bei TubeLike als absolut wichtig empfunden haben. Der Benutzer soll sich sofort in der App auskennen und wissen, wie was funktioniert.“ Was TubeLike aber einmalig mache: „Wir sind bis jetzt die einzigen, die das Modell von ‚Hot or Not‘ auf YouTube-Musikvideos anwenden.“

TubeLike-Gründer Alin Soare. © TubeLike
TubeLike-Gründer Alin Soare. © TubeLike

Ein Schnellschuss ist die App nicht. „Ende 2014 hatte ich die, Idee YouTube in einen mobilen Music Player umzuwandeln, und als ich Anfang 2015 bei Google Deutschland eingeladen wurde, hat man mir meine Idee als ’sehr gut‘ bestätigt“, sagt Soare. „Danach habe ich einen Prototypen entwickelt, welcher im Sommer 2015 ca. 200.000 Downloads in nur zwei Monaten erreicht hatte.“ Somit hatte er den beweis, dass eine solche App gefragt ist. Den Prototypen entfernte Soare wieder aus dem App Store, um ihn mit einem Business-Modell jetzt unter dem Namen TubeLike zurückzubringen.

Für Musik-Freaks

Die kostenlose Version von TubeLike, das wird dem Nutzer sofort augenfällig, ist werbefinanziert – Banneranzeigen oben und Unterbrecherwerbung (zumiest für andere Apps) zwischen den Swipes sollen für Einnahmen sorgen. „Derzeit haben wir Google-Ads als Banner und Full-Screen-Interstitials, welche man per In-App-Kauf entfernen kann“, sagt Soare. „Später soll es aber ein Kanal für Plattenfirmen, Künstler, DJs und Brands werden, die sich direkt in der App vermarkten werden können.“ Wer die Werbung nicht will, kann sie per In-App-Kauf um zwei Euro entfernen. Allerdings: Pre-roll-Werbung vor den Musikvideos gibt es gegebenenfalls trotzdem.

Bei YouTube soll es übrigens nicht bleiben. „Unser Hauptziel ist e,s YouTube als Musik-Player weltweit anbieten zu können und speziell auf die Wünsche von Musik-Freaks einzugehen“, so Soare. „Weiterhin wollen wir zusätzliche Features wie SoundCloud und Facebook einbinden, sodass die Benutzer in den Playlists der Freunden stöbern und komplette Playlists auf Facebook teilen können.“

Soare, dessen zwei Entwickler und er an TubeLike beteiligt sind, hat große Ziele für die noch kleine App. Das eine sind viele Downloads. „Unser Traum wäre, schnellstmöglich die 1-Millionen-Marke zu erreichen. Derzeit stehen wir nach etwa zehn Tagen bei 15.000 Downloads, wobei wir mit ca. 10.000 Views pro Tag schon sehr stark sind“, so Soare, der nicht nur die App-Agentur leitet, sondern auch als Musiker-Manager (z.B. Alexandra Stan mit dem Hit „Mr. Saxobeat“) Erfahrung in der Branche gesammelt hat. Und sollte es nichts werden: Soare Agentur Citrus Media dürfte genug Abreit abwerfen, hat man doch bis dato 50 Apps für Firmenkunden entwickelt.

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