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TransferWise: Das europäische Fintech, das Gewinne schreibt (!!!)

Die Debit-Karte von TransferWise. © TransferWise
Die Debit-Karte von TransferWise. © TransferWise

Unsere Redaktion erreichen viele Presseaussendungen. Die meisten davon handeln von Finanzierungsrunden, von neuen Managern, von neuen Produkten und selten aber doch von Exits. Was so gut wie nie dabei ist: eine Meldung über ein Startup, das Gewinne schreibt und diese dann auch noch veröffentlicht.

So geschehen aber in der Nacht auf Mittwoch. Denn das britische Fintech TransferWise kommuniziert nicht ohne Stolz, dass es im abgelaufenen Geschäftsjahr zum 31. März 2019 einen Gewinn nach Steuern von 11,5 Millionen Euro (2017/2018: 7,1 Mio. Euro Gewinn) gemacht hat. Der Umsatz belief sich dabei auf rund 200 Millionen Euro – eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 53 Prozent. „Es ist das dritte Jahr in Folge, indem das Unternehmen einen Gewinn erzielt“, heißt es dann auch noch in einem Nebensatz.

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„Wollen uns nachhaltig entwickeln“

Bedeutet: Während bei anderen Fintech-Unicorns derzeit dutzende Millionen Euro für Marketing und Team-Ausbau ausgegeben werden und niemand ein Wort über Umsätze (geschweige denn Gewinn) verliert, wirtschaftet TransferWise positiv. „Auch im achten Jahr verzeichnen wir mit TransferWise ein phänomenales Wachstum. Dabei ist es uns ein besonderes Anliegen, dass wir uns verantwortungsbewusst und nachhaltig entwickeln“, heißt es seitens TransferWise-Mitgründer und CEO Kristo Käärmann.

Und mit einem kleinen Seitenhieb im Nachsatz: „Fintech-Unternehmen haben mehr als deutlich bewiesen, dass Verbrauchern ein erstklassiges Kundenerlebnis zu einem niedrigen Preis geboten werden kann. Wir glauben jedoch, dass die Krux darin besteht, ein solides Unternehmen aufzubauen, dem Kunden langfristig vertrauen.”

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Neobanken als Partner

TransferWise hat sich seit der Gründung 2011 auf günstige Geldtransfers über Ländergrenzen hinweg spezialisiert. Käärmann zufolge sparen die rund sechs Millionen Nutzer mit den Services jährlich rund eine Milliarde Pfund (ca. 1,1 Mrd. Euro), weil die Londoner Firma die Gebühren bei klassischen Banken versucht zu unterbieten. Monatlich werden mit TransferWise rund 4,5 Milliarden Euro über Grenzen hinweg als auch innerhalb einer Währung versandt.

Die Dienste von TransferWise sind mittlerweile so beliebt, dass immer mehr – alte wie neue – Banken sie via API in ihre digitalen Services integrieren. So sind etwa die Neobanken N26, Monzo und Bunq, aber auch die französische Bank BPCE Partner der Firma.

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