Channel

Fintech

Deutschland

Trade Republic: Deutsche Trading-App holt 62 Millionen Euro Investment

Die Trade Republic-Gründer. © Trade Republic
Die Trade Republic-Gründer. © Trade Republic

Erst gestern gingen Gerüchte los, dass die Trading-App Robinhood aus den USA in einer neuen Finanzierungsrunde eine Bewertung von 8 Milliarden Dollar bekommen hat. Und da ist dann auch gleich das deutsche Pendant Trade Republic zur Stelle: Das Berliner Startup rund um Gründer Christian Hecker hat von Accel Partners und dem Founders Fund von Peter Thiel insgesamt 62 Millionen Euro Investment erhalten. Die Bewertung des so genannten Neobrokers soll bei etwa 200 Millionen Euro liegen.

Neobroker sind der letzte Schrei im Fintech-Business. Robinhood in den USA zeigt es vor, wie man Nutzer mit intuitiven smartphone-Apps und niedrigen Gebühren dazu bringt, mobil in Aktien, ETFs oder Derivate zu investieren. Bei Trade Republic, derzeit in Deutschland und Österreich verfügbar, können Nutzer in 7.800 verschiedene Aktien und ETFs, 300 ETF-Sparpläne und 40.000 Optionsscheine, Knock-Out-Produkte und Faktor-Zertifikate investieren. Versprochen wird provisionsfreies Traden, Gebühren für die Nutzung gibt es aber trotzdem.

Investieren statt Sparen

„Etwa 85% des Vermögens europäischer Haushalte liegt auf Bankkonten mit größtenteils Null- oder sogar Negativzinsen. Mit unserer App befähigen wir Menschen, ihr Geld sicher, schnell und verständlich anzulegen. Auf diese Weise demokratisieren wir den Zugang zum Kapitalmarkt“, so Mitgründer Hecker. Zu den neuen Investoren meint sein Mitgründer Thomas Pischke: „Sie bringen die nötigen finanziellen Mittel und Netzwerke mit und ermöglichen uns damit, über die kommenden Jahre den europäischen Markt für Geldanlage nachhaltig zu verändern.“

Derzeit zählt das Startup etwa 150.000 Depotkunden. Gestartet ist die App im Mai 2019 in Deutschland, seit Anfang 2020 können sich auch österreichische Interessenten auf die Warteliste setzen lassen. Die Firma zählt knapp 100 Mitarbeiter. Seit neuestem ist Andreas Willius, ehemaliger Vorstand der Börse Stuttgart, der Geschäftsführer des Unternehmens.

HSBC und BlackRock als Partner

Damit Trade Republic auch funktioniert, sind eine Reihe von Partnerschaften notwendig. Gehandelt wird mit dem an der Börse Hamburg betriebenen elektronischen Handelssystem LS Exchange. Das von Nutzern in die App eingezahlte Geld liegt bei der solarisBank auf einem Treuhandsammelkonto. Trade Republic selbst wird als deutsche Wertpapierhandelsbank von der Bundesbank und der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) beaufsichtigt. Die Abwicklung der Wertpapier- und Derivatgeschäfte wird über HSBC Deutschland gemacht, die ETF-Sparpläne stammen von Blackrock.

Im Test von Stiftung Warentest kommt Trade Republic neben Mitbewerbern wie Gratisbroker und Justtrade gut weg. Die Angebote würden reibungslos funktionieren und Geld sparen und dementsprechend vor allem für Kleinanleger interessant sein. Im Vergleich zu Direktbanken ist das Angebot bei Wertpapieren aber geringer.

In Österreich gedeiht derzeit mit Bitpanda ebenfalls ein Neobroker heran, der aus der Krypto-Ecke heraus kommen und ebenfalls ins Trading-Geschäft mit Aktien und Co einsteigen will. Nach einer Finanzierungsrunde mit Speedinvest will Bitpanda in die Märkte Spanien, Frankreich und Türkei gehen. Robinhood ist derweil neben dem Heimatland USA auch in Großbritannien verfügbar (Trending Topics berichtete).

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise