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Topfstütze: Wie ein Erfinder aus Niederösterreich Topfpflanzen vor dem Unwetter rettet

Sturmopfer Oleander? Nicht mit der Topfstütze. © Topfstütze
Sturmopfer Oleander? Nicht mit der Topfstütze. © Topfstütze

„In der Nacht auf Montag wird es stürmisch“. Wenn diese Ansage aus dem Radio tönt, werden Hobbygärtner in Österreich hellhörig. Das Tischtuch wird von der Gartengarnitur gezogen, der Sonnenschirm abgespannt und dann beginnt die Diskussion: soll der Oleander am Geländer festgebunden werden oder genügen ein paar Steine im Topf als zusätzliches Gewicht?

Eine Frage, die sich Gerhard Trummer aus Wolfsgraben in Niederösterreich immer wieder stellen musste. So virulent das Problem in chronisch windigen Gegenden wie dem Wiener Becken und weiten Teilen Niederösterreichs und des Burgenlands ist, so sehr wurde es bisher von der Gartenzubehör-Industrie missachtet. Trummer musste selbst Hand anlegen. Die Topfstütze ist seither das Mittel der Wahl bei Topfpflanzen, die der Wind wieder und wieder vom Boden reißt.

Wie der Oleander einem schweren Sturm trotzt

Testobjekt: Oleander. 170 Zentimeter hoch, 165 Zentimeter breit, Topfdurchmesser 50 Zentimeter. Trummer stellte seine Topfpflanzen kurzerhand in den Windkanal, um dem Problem auf den Grund zu gehen. Ohne Hilfsmittel stürzte der Testkandidat bei 52 km/h. Die gängige Methode, den Topf mit Steinen zu beschweren, half kaum – bei 61 km/h kippte der Baum.

Die von Trummer entwickelte Topfstütze trotzte bei einem Versuch sogar einem Sturm von 100 km/h. Selbst bei ungünstigen Bedingungen – der Erdballen war komplett ausgetrocknet und die Gurte nur leicht gespannt – stand der Oleander bis zu einer Geschwindigkeit von 88 km/h. Nach den europäischen Normdaten schützt die Topfstütze Pflanzen also selbst bei einem schweren Sturm, für den Wetterdienste eigene Warnungen ausgeben. Trummer hat für seine Topfstütze in der EU ein Patent.

Mit Gecko-Zehen zum Erfolg

Der Wolfsgrabener Erfinder hat sich für seine Stütze von Gecko-Füßen inspirieren lassen. Dei Ausläufer der Topfstütze erinnern deshalb an die langen dünnen Zehen, die sich an der Spitze zu einer Kugelform verdichten. Pro Stütze stemmen sich je zwei Zehen fest in den Boden. Bis zu sechs dieser Stützen werden mit einem Gurt um den Topf geschnallt. Damit können Töpfe bis zu einem Durchmesser von 50 Zentimetern vor Unwettern geschützt werden.

Die Topfstütze versucht sich übrigens auch optisch möglicht gut ins Gartenbild zu fügen. Deshalb gibt es das System in den zwei gängigen Blumentopf-Farben Anthrazit und Terrakotta. Kostenpunkt: ab rund 25 Euro.

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