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Tomorrow: Nachhaltige Neobank holt 14 Millionen Euro

Die Tomorrow-Gründer Inas Nureldin, Michael Schweikart und Jakob Berndt. © Tomorrow
Die Tomorrow-Gründer Inas Nureldin, Michael Schweikart und Jakob Berndt. © Tomorrow

Ein Bankkonto, mit dessen Hilfe Geld in soziale Projekte fließt, die CO₂ ausgleichen: Damit ist das Hamburger Fintech Tomorrow bekannt geworden und will all jenen eine Neobank bieten, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Das hat nun auch neue Impact-Investoren begeistert, die nun 14 Millionen Euro in das deutsche Startup pumpen. Das Family Office der Hamburger Familie Büll, Abacon Capital, sowie Signavio-Gründer und Climate Tech-Investor Torben Schreiter investieren gemeinsam mit bestehenden Geldgebern.

Mit dem frischen Kapital wird das Team wird im Laufe des nächsten Jahres von aktuell 75 auf rund 200 Mitarbeiter wachsen, außerdem will das Hamburger Startup seine Kundenzahl (aktuell 90.000) stark anheben und an das Wachstum von 100 Prozent im vergangenen Jahr anschließen. Angestrebt ist, bald Profitabilität zu erreichen. Gelingen soll das unter andrem, indem ab Oktober keine Gratis-Konten, sondern nur mehr gebührenpflichtige Konten angeboten werden. Damit ist auch klar, dass Tomorrow auf viel kleinerem Niveau unterwegs ist als andere Neobanken, die viele Millionen Kunden zählen und Börsengänge anstreben.

Künftig sollen die Nutzer jedenfalls auch in nachhaltige Fonds, vermutlich ETFs investieren können. „Perspektivisch wird eine digitale Plattform rund um Finanzen mit positivem Impact entstehen“, so die Gründer.

Tomorrow: Mit dieser Banking-App finanziert man nachhaltige Projekte

Die Komplexität von Nachhaltigkeit

Die 14 Millionen Euro sind den Gründern Inas Nureldin, Michael Schweikart und Jakob Berndt aber nicht genug. Deswegen wollen sie im Oktober über eine Crowdfunding-Kampagne virtuelle Anteile am Unternehmen verkaufen. Dabei können Kleinanleger Beträge zwischen 100 und 25.000 Euro investieren und bekommen im Gegenzug digitale, tokenisierte Wertpapiere. Umgesetzt wird diese Crowd-Kampagne gemeinsam mit der Plattform Wiwin, die sich ihrerseits für nachhaltige Investments stark macht.

„Die Menschen haben unfassbar große Lust, sich an Tomorrow zu beteiligen“, so Co-Founder Michael Schweikart in einer Aussendung. „Wir werden seitdem im Wochentakt gefragt, wann es nochmal die Chance für diejenigen gibt, die letztes Jahr nicht am Crowdinvesting teilnehmen konnten, und freuen uns sehr, diesem Wunsch endlich nachkommen zu können.“ Genau: Tomorrow hat bereits einmal eine Crowd-Kampagne durchgeführt – damals ließen etwa 2.000 Investoren rund drei Millionen Euro springen.

Kritik an Tomorrow gab es seitens Konsumentenschützern in Sachen Nachhaltigkeit. So warb das Startup früher damit, dass Kontoinhaber für etwa 15 Euro im Monat auch eine „Kompensation des eigenen CO2-Fußabdrucks“ bekommen würden. Im Hintergrund wird nämlich mit den Gebühren teilweise in CO₂-Zertifkate investiert. Nunmehr heißt es, dass damit die „Kompensation des durchschnittlichen monatlichen CO2-Fußabdruck eines Deutschen“ erreicht werden könnte. Der Schnitt liegt bei 11,17 t Pro-Kopf-CO₂-Emissionen.

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