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Tomorrow: Die grüne Version von N26 bekommt 8,5 Millionen Euro

Die Tomorrow-Gründer Inas Nureldin, Michael Schweikart und Jakob Berndt. © Viertel vor Mag
Die Tomorrow-Gründer Inas Nureldin, Michael Schweikart und Jakob Berndt. © Viertel vor Mag

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt zunehmend auch die Finanzbranche und bietet damit innovativen Startups eine lukrative Nische. Das deutsche Jungunternehmen Tomorrow hat mit einer Art Öko-Girokonto am Smartphone jetzt sogar eine internationale Finanzierungsrunde von 8,5 Millionen Euro aufgestellt, um seine Vision verwirklichen zu können: „Wir kaufen Bio-Gemüse, haben grünen Strom, schielen immer häufiger Richtung Elektro-Auto. So weit, so gut. Aber wie nachhaltig ist unser Geld?“, fragt das Startup seine Website-Besucher.

Und gibt sogleich eine Antwort: „Während wir unseren fairen, laktosefreien Cappuccino im Mehrwegbecher spazieren tragen, liegt unser Geld auf der Bank und finanziert vielleicht gerade ein neues Kohlekraftwerk oder die Afrika-Expansion eines Genfood-Konzerns“. Genau hier will Tomorrow ansetzen und ein Girokonto mit Nachhaltigkeits-Fokus anbieten, das gleichzeitig für eine junge Zielgruppe attraktiv ist und vollständig auf dem Smartphone funktioniert – ganz nach dem Vorbild der von Österreichern in Berlin gegründeten Neo-Bank N26. Nach und nach soll daraus eine umfassende Plattform mit nachhaltigen Finanzprodukten werden: Sparpläne, Versicherungen, Crowdfunding.

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Nachhaltige Investments und Spenden für Klimaschutz

Und Nachhaltigkeit versteht das Jungunternehmen so: Die Einlagen seiner Nutzer will Tomorrow ausschließlich in ökologisch oder sozial sinnvolle Projekte investieren. Zum Beispiel als Mikrokredit für einen Landwirten, der neues Saatgut braucht oder in „Social Businesses“ oder in Projekte zu erneuerbaren Energien. Mehr als 3 Millionen Euro sind laut Tomorrow so bereits in nachhaltige Projekte geflossen. Einen Teil der Händlergebühren aus Kartenzahlungen steckt das Startup außerdem in Klimaschutz-Projekte und will durch diese Spenden bereits mehr als 2 Millionen Bäume geschützt haben.

Die App von Tomorrow © Tomorrow

Die App von Tomorrow © Tomorrow

Frisches Kapital ermöglicht Expansion

Im Unterschied zu N26 oder der britischen Jung-Bank Revolut hat Tomorrow noch keine eigene Lizenz als Bank. Derzeit arbeitet das Startup noch mit der Berliner Solarisbank zusammen, die die Transaktionen abwickelt. Dass sich das schnell ändern kann, haben aber bereits die genannten Banken-Startups gezeigt und dieses Paket aus Nachhaltigkeit und Finanz-Innovation hat namhafte Investoren angelockt. Neben dem britischen Risikokapital-Geber Environmental Technologies, ist der ehemalige N26-Finanzchef und Entrepreneur Christian Rebernik beteiligt. Beteiligt haben sich außerdem der ehemalige Chef des Ökostromanbieters Juwi, Matthias Willenbacher, und Vitafy-Gründer Georg Bader.

Seit März ist Tomorrow in Deutschland verfügbar und bringt es nach eigenen Angaben bereits auf mehr als 16.000 Konten. N26 oder Revolut haben beide rasch international expandiert und zählen mittlerweile jeweils mehrere Millionen Nutzer. Diese Strategie verfolgt nun – mit frischem Kapital gestärkt – auch Tomorrow. Bisher ist die Basis-Version des Öko-Kontos für Nutzer kostenlos. Eine kostenpflichtige Variante mit zusätzlichen Services soll bald folgen.

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf Tech & Nature.

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