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Tiroler Startup Swarm Analytics angelt sich erstes Investment

Michael Bredehorn von Swarm Analytics. © David Bitzan
Michael Bredehorn von Swarm Analytics. © David Bitzan

Das Tiroler Startup Swarm Analytics hat eine Echtzeit-Bildanalyse entwickelt, die zum Beispiel Verkehrskameras in smarte Traffic-Manager verwandeln könnte. Mit dieser Idee haben die beiden Gründer bereits bei einigen Wettbewerben überzeugt – zuletzt als Landessieger der #glaubandich-Challenge. Jetzt sind auch die ersten Investoren eingestiegen. Die neu gegründete Tiroler Business-Angel-Firma MAD (Trending Topics berichtete) hat 20 Prozent des Startups übernommen. Den beiden Gründern Michael Bredehorn und Georg Westner gehören nach wie vor jeweils 40 Prozent der erst heuer gegründeten GmbH.

Wenig Geld, viel Commitment

Wie es für MAD üblich ist, liegt das Cash-Investment niedrig – im fünfstelligen Bereich. Dafür wollen sich die Business Angels als Co-Founder einbringen. Den Lead dabei übernimmt Wieland Alge, der sein Software-Unternehmen phion 2009 an den US-Konzern Barracuda Networks verkauft hat. Zu MAD gehören außerdem Walter Ischia, der phion mitgegründet hatte, der ehemalige phion/Barracuda-Top-Manager Markus Walcher, die Serial Entrepreneurs Christina und Florian Scholohow (mohemian ventures) und onloom-Gründer Fabian Rauch. „Wir waren nicht auf der Suche nach einem klassischen Cash-Investment, weil wir uns über den Markt finanzieren werden“, sagt Michael Bredehorn, Co-Founder von Swarm Analytics, im Gespräch mit Trending Topics. „Wir haben uns MAD wegen der Expertise ausgesucht, die sie bei uns einbringen können“.

Swarm-Analytics-KI steuert Verkehr

Swarm Analytics entspricht voll und ganz dem B2B-Fokus, den sich MAD gesetzt hat. Das Startup stattet bestehende Verkehrskameras durch eine kleine Hardware-Ergänzung mit einer Künstlichen Intelligenz aus (im Trending-Topics-Portrait). Die Software erkennt in Echtzeit, wieviele Radfahrer oder Fußgänger an einer Ampel warten oder eine Kreuzung passieren. Sie kann in Echtzeit Prognosen erstellen, zu welcher Uhrzeit an welchem Punkt mit welchem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Später sollen diese Informationen automatisch an intelligente Ampeln weitergeleitet werden. Die KI von Swarm Analytics ist flexibel und kann auch zum Beispiel im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden.

Solides Geschäftsmodell

Die Lösung stößt vor allem in Nordeuropa auf großes Interesse, da dort das Fahrrad-Aufkommen im Verkehr relativ hoch ist. Das Geschäftsmodell des Startups steht auf drei Säulen: Infrastrukturkunden kaufen die Hardware und bezahlen für die Nutzung der Software monatliche Lizenzgebühren. An Anwendungen, die Infrastrukturunternehmen zum Beispiel an Städte verkaufen – etwa eine Analyse von Fahrradströmen -, partizipiert Swarm Analytics zusätzlich über ein Revenue-Share-Modell mit. Heuer starten Pilotprojekte in Wattens und Kopenhagen, Anfang 2019 peilt das Startup die Marktreife mit der Verkehrsanalyse an. Für die Ampesteuerung gibt es laut Bredehorn bereits einen Prototypen und intensive Gespräche mit verschiedenen Firemn, darunter der Weltmarktführer Swarco, der ebenfalls in Tirol beheimatet ist.

Die erfahrenen MAD-Angels wollen vor allem beim Vertrieb und beim Aufbau des Teams helfen: „Wenn es darum geht, Verträge mit großen Kunden auszuhandeln. Die Swarms brauchen Leute, die ihnen helfen können, Softwareentwickler zu rekrutieren und Vertriebs-Strukturen aufzubauen. Diese Bandbreite decken wir durch erfahrene Personen ab“, sagt Wieland Alge im Gespräch mit Trending Topics.

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