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Sniper Targeting

The Spinner: Britische Firma verspricht Brainwashing via Facebook-Ads

Sniper Targeting auf Facebook. © Pixabay
Sniper Targeting auf Facebook. © Pixabay

Ein fragwürdiger Internet-Dienst namens The Spinner mit undurchsichtigen Hintergründen bietet im Netz einen Web-Dienst an, der Einzelpersonen mit maßgeschneiderten Werbebotschaften bombardiert. Das Ziel: Die Person soll unterbewusst beeinflusst werden und ihr Verhalten ändern. Um 29 Dollar können Kunden eine Zielperson und eine Botschaft aussuchen. Diese bekommt dann über eine Zeitspanne von drei Monaten in Summe zehn verschiedene Artikel insgesamt 180 Mal – unter anderem auf Facebook – angezeigt.

Bei The Spinner kann man Botschaften wie „Kauf einen Hund!“, „Hab mehr Sex mit mir!“ oder „Hör zu rauchen auf!“ – verpackt in Facebook-Werbung und passenden Online-Artikeln platzieren. Dem Betreiber zufolge, der sich Elliot Shefler nennt, hätte The Spinner bisher zehntausende zahlende Nutzer gefunden und im letztem Jahr mehr als 5 Millionen Dollar Umsatz gemacht. Das berichtet The Daily Beast. Doch bis dato ist unklar, wer hinter dem vermutlichen Pseudonym Shefler wirklich steckt und ob das Angepriesene überhaupt funktioniert.

Sniper Targeting

Technisch möglich soll The Spinner dank Cookie-Tracking und so genanntem „Sniper Targeting“ sein. Gerade auf Facebook und Instagram lassen sich Zielgruppen sehr eng ziehen – mit Tricks sogar so eng, dass nur eine einzelne Person im Werbe-Targeting steht. Dazu muss derjenige, der die Zielperson auswählt, ihr einen Link schicken und sie dazu bringen, darauf zu klicken. Dann werden Cookies gesetzt, um den Nutzer etwa über Werbe-Netzwerke und auf Social-Media-Diensten wieder zu identifizieren. Dann können die Botschaften platziert werden.

Zielgenaues Werbe-Targeting ist nicht zuletzt im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals in Verruf geraten. Daten von Facebook-Nutzern wurden während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 und während der Brexit-Kampagne genutzt, um Usern Fake News und passende Botschaften unterzujubeln. So wurde versucht, das Wahlverhalten der anhand verschiedener Persönlichkeitsmerkmale ausgewählten Nutzern zu beeinflussen. Viele Beobachter meinen, dass solche Werbekampagnen die Ergebnisse der Abstimmungen maßgeblich beeinflusst hätten.

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